Seite 2: „Der Typ steht mir bis hier“

In Hel­singör soll sich Riel nach den Trai­nings­ein­heiten regel­mäßig gewei­gert haben, seine ver­schwitzten Stutzen in die dafür vor­ge­se­hene Wäsche­tonne zu werfen. Außerdem soll er mehr­fach vor ver­sam­melter Mann­schaft den Trainer zusam­men­ge­staucht und darauf gedrängt haben, dass Taktik und Spiel mehr auf ihn selbst und seine Tor­quote zuge­schnitten würden. Ach ja, außerdem soll er seinen Schlitten bei seinen häu­figen Fri­seur­be­su­chen gerne auf dem Behin­derten-Park­platz abge­stellt haben. Hm.

Aarhus-GF-Sport­chef Peter PC“ Chris­ti­ansen ist den­noch über­zeugt, mit André Riel den opti­malen Mit­spieler für seine Mann­schaft gefunden zu haben: Wir hatten ihn schon eine ganze Zeit lang im Visier, aber es sah zunächst so aus, als würde nichts aus der Ver­pflich­tung werden. Nun sind wir umso glück­li­cher, dass es geklappt hat. André ist ein hart arbei­tender Stürmer mit extremem Tempo in den Beinen und einem Selbst­ver­trauen, wie man es in diesen Brei­ten­graden nicht allzu oft sieht. Er ist ein Voll­stre­cker von hoher Qua­lität und ein Angreifer, der jeder Abwehr in Däne­mark Pro­bleme bereiten kann.“

Der Typ steht mir bis hier“

Riel kann jedoch auch im eigenen Team für Schwie­rig­keiten sorgen. Das war tags darauf in einer eher seriösen däni­schen Tages­zei­tung nach­zu­lesen. Dort erschien eine rie­sige Geschichte, die erahnen ließ, warum der FC Hel­singör seinen amtie­renden Tops­corer kurz nach dem Sai­son­be­ginn frei­willig ziehen ließ. Schließ­lich hatte Riel in den ersten sieben Spielen der lau­fenden Saison vier Mal getroffen und dem Auf­steiger zu einem tollen Sai­son­start und zu Platz neun ver­holfen.

Aber Tore sind nun mal nicht alles. Riels Mann­schafts­ka­me­raden sollen die Nase zuletzt mehr als voll gehabt haben vom König der Ich-AGs, seinem ewigen Eigen­sinn und den elenden Allüren. Sie hatten es leid, nach Riels Pfeife zu tanzen und sich für ihn die Lunge aus dem Hals zu rennen, wenn er mal wieder seine kleinen Kunst­pausen ein­legte. Auch Trainer Chris­tian Löns­trup habe intern erklärt, dieser Typ stünde ihm bis hier“. Es ging ein­fach nicht mehr.

Ich habe eben ein aus­ge­prägtes Tem­pe­ra­ment“

Riels Reak­tion auf den Bericht war, nun ja, nicht gerade von Selbst­kritik gekenn­zeichnet: Der Reporter, der das ver­breitet hat, ist so ein Lügner vom Hel­singör Dag­blad“, erklärte er kur­zer­hand. Gut, ich habe in der Mann­schaft viel­leicht ziem­lich viel Raum ein­ge­nommen auf­grund meiner Per­sön­lich­keit. Ich habe eben ein aus­ge­prägtes Tem­pe­ra­ment und ich sage meine Mei­nung. Es gibt viel­leicht manche, die mir das negativ aus­legen. Aber ich meine es nur gut. Ich will stets das beste für meine Team­kol­legen.“ Sicher.