Von der Jugend­ar­beit des FC Bar­ce­lona heißt es, dass sie die beste der ganzen Welt ist. Jüngste Bei­spiele sind Lionel Messi, Bojan Krkic oder Xavi Her­nandez, alle­samt Stamm­kräfte in der ersten Mann­schaft. Messi ist als 13-Jäh­riger aus Argen­ti­nien nach Kata­lo­nien gezogen, um von der per­fekten Aus­bil­dung zu pro­fi­tieren. Wahr­schein­lich haben sie in Bar­ce­lona bis heute nicht ver­standen, wie ihnen das vor knapp fünf Jahren mit dem schmäch­tigen Bürsch­chen pas­sieren konnte. Einem 16-jäh­rigen Kata­lanen, der sich als kleines Kind ver­liebt hatte in die von Bar­ce­lonas Fuß­ball­hei­ligen Johan Cruyff gelehrte Kunst. Der den­noch nicht bleiben wollte, weil er daheim keine Per­spek­tive sah und nach London ging. Heute ist Cesc Fabregas 21 Jahre alt und aner­kannter Chef im Mit­tel­feld des FC Arsenal.

Seit seiner Jugend spielt Fabregas auf der Posi­tion, die sie in Spa­nien Volante nennen, im zen­tralen defen­siven Mit­tel­feld. Es ist die wich­tigste Posi­tion im modernen Fuß­ball, die auch tech­nisch eher limi­tierte Inter­preten zu gestal­tenden und ent­schei­denden Spie­lern macht. Fabregas ist mehr als das. Er ver­fügt über das tak­ti­sche Geschick eines Stra­tegen und beherrscht den Ball mit beiden Füßen per­fekt. Ohne sein prä­zises Pass­spiel erscheint Arse­nals berühmter One-Touch-Foot­ball der­zeit kaum vor­stellbar. Es spricht für die Qua­lität der spa­ni­schen Mann­schaft, dass es sich Trainer Luis Ara­gones erlauben kann, den wohl besten Volante der Welt auf einer anderen Posi­tion ein­zu­setzen. In der Natio­nal­mann­schaft über­lässt Fabregas die zen­trale Posi­tion Genie Xavi und zieht das Spiel von der rechten Seite auf.

Wie gut Fabregas ist, das hat er vor ein paar Wochen in der Cham­pions League gezeigt, im Ach­tel­fi­nal­rück­spiel beim AC Mai­land. Arse­nals junge Mann­schaft gewann 2:0, und die Welt­presse schwärmte von der Regie­kunst des 21-Jäh­rigen. Von seiner Prä­senz, seiner natür­li­chen Auto­rität. Und von seinem Tor zum 1:0. Im Mit­tel­kreis bekam Fabregas den Ball, umkurvte zwei Mai­länder, schoss aus 25 Metern, der Ball tou­chierte zweimal den Rasen und flitzte in die rechte Ecke. Als 16-Jäh­riger ist er nach London gezogen. Nie spielte ein Jün­gerer in Arse­nals Pro­fi­mann­schaft. Er hat sich gegen Patrick Vieira durch­ge­setzt, der vor ein paar Jahren noch der beste defen­sive Mit­tel­feld­spieler der Welt war. Trainer Arsène Wenger hat den Fran­zosen vor drei Jahren weg­ge­schickt, weil er in Fabregas den Mann für die Zukunft sah.

Fabregas hat den Beweis schnell erbracht, noch im ersten Jahr nach Vieiras Wechsel zu Juventus Turin. In der Cham­pions League trafen beide auf­ein­ander. Arsenal gewann 2:0, Fabregas schoss das erste Tor selbst und bereite das zweite vor. Seitdem spricht in London nie­mand mehr von Vieira.