Seite 2: Vizepräsident Javier Zanetti stellt sich hinter die Fans

Mord­dro­hungen gegen die eigenen Ultras, ob ernst gemeint oder nicht, ziehen gerade in Ita­lien Kon­se­quenzen nach sich. Nur hat es die Ver­ant­wort­li­chen der Inter-Pres­se­stelle offenbar gar nicht inter­es­siert, was in der Bio­gra­phie des 23-Jäh­rigen so drin­steht. Keiner hatte es vor der Ver­öf­fent­li­chung gegen­ge­lesen. Für die Inter-Ultras ein gefun­denes Fressen, um in Zeiten des Wan­dels auf sich auf­merksam zu machen. 

Es geht um weitaus mehr, als nur um Icardi und die unbe­dacht gewählten Worte in seinem Buch. Dieser Mei­nung zumin­dest ist Richard Hall, eng­li­scher Inter-Experte, der unter anderem für den Guar­dian oder ESPN schreibt: Die neuen Eigen­tümer ver­un­si­chern viele treue Anhänger. Sie wollen sich Gehör ver­schaffen und zeigen, dass sie immer Ein­fluss auf den Klub haben werden, egal wer ihn letzt­lich kon­trol­liert.“

Vize­prä­si­dent Javier Zanetti stellt sich hinter die Fans

Die Fans seien nach ihrem eigenen Selbst­ver­ständnis die ein­zige Kon­stante in der sich so schnell dre­henden Fuß­ball­welt, in der Spieler, Funk­tio­näre und mitt­ler­weile sogar Klub­be­sitzer alle paar Jahre wech­seln. Das ein­zige, was sie im Gegenzug for­dern, sei Respekt und Aner­ken­nung für ihre Treue, sagt Hall.

Das ist auch den Ver­ant­wort­li­chen von Inter bewusst, die sich in der Affäre demons­trativ hinter die eigenen Anhänger stellten. Wir werden alles tun, um unsere Tifosi zu schützen“, sagte etwa der ehe­ma­lige Kapitän und Inter-Legende Javier Zanetti, mitt­ler­weile Vize­prä­si­dent des Klubs, vor der Partie gegen Cagliari.

Im Klub ver­wur­zelte Ultras

Wie schnell das Ver­hältnis zwi­schen aus­län­di­schen Eigen­tü­mern und den eigenen Ultras zer­rüttet ist, wenn offi­zi­elle Rücken­de­ckung und Kom­mu­ni­ka­tion aus­bleiben, lässt sich der­zeit beim AS Rom beob­achten.

Hall hat bereits hautnah mit­er­lebt, wie eng der Kon­takt zwi­schen hoch­ran­gingen Inter-Ultras und dem Klub ist. Er sprach für eine Film­pro­duk­tion des Guar­dian mit einigen Anhän­gern, besuchte auch schon gemeinsam mit ihnen das Sta­dion.

So etwa am letzten Spieltag der ver­gan­genen Saison, ein mageres 1:1 gegen Sam­pdoria Genua. Ein Ultra und ich waren nach dem Spiel vor dem San Siro, als er mir sagte, dass ich ihm folgen soll“, erzählt Hall und fügt hinzu: Wir gingen in das Park­haus der Spieler, vorbei an Secu­ri­ties und Poli­zisten, die ihn offenbar alle kannten und grüßten.“ Unten ange­kommen, habe der Ultra dann Il Capi­tano!“ gerufen.