Platz 2: Gabor Kiraly (Hertha BSC Berlin/​Torwart!) am 22. Juli 1998 im Spiel Hertha BSC – Karls­ruher SC

33.Minute im End­spiel um den (unbe­deu­tenden) ExNorm-Cup, einem Vor­be­rei­tungs­tur­nier in Hei­des­heim. Es steht 0:0 zwi­schen dem Erst­li­gisten Hertha BSC und dem jüngst aus der Bun­des­liga abge­stie­genen Karls­ruher SC. Hertha-Keeper Gabor Kiraly fängt einen Ball ab und will mit einem langen Abschlag einen schnellen Konter ein­leiten. Der Ball kommt kurz hinter der Mit­tel­linie runter, gerät aber zu lang, um einen Mit­spieler zu errei­chen und tru­delt auf KSC-Tor­hüter Simon Jent­zsch zu. Eine leichte Beute. Jent­zsch eilt dem Ball ent­gegen, dann pas­siert das Unglück. Der Keeper rutscht aus, ver­liert das Gleich­ge­wicht und muss mit ansehen, wie der Ball erneut auf­springt und an ihm vorbei ins Tor kul­lert. 1:0 für die Hertha, End­ergebnis 3:1.

Platz 3: Mike Hanke (FC Schalke 04) am 17. April 2004 im Spiel Schalke 04 – Bayer Lever­kusen

Gerade ist Jörg Butt wieder einmal seinem Zweitjob als Elf­me­ter­schütze nach­ge­gangen und hat einen Elfer zum 3:1 für Lever­kusen ver­wan­delt. Es scheint die Vor­ent­schei­dung zu sein in diesem Bun­des­liga-Spiel, denn es sind nur noch 13 Minuten zu spielen. Der Tor­hüter lässt sich auf dem Weg zurück in seinen Kasten aus­giebig feiern, klatscht bei seinen Mit­spie­lern ab, muss sich aus der Umar­mung von Bernd Schneider befreien und schickt freu­dige Grüße an die eigenen Fans. Als er nach 22 Sekunden den eigenen Straf­raum erreicht, bemerkt er plötz­lich den Ball, der sich gera­de­wegs in seinen Kasten senkt. Was war pas­siert? Mike Hanke und Ebbe Sand, das Sturmduo des FC Schalke 04, hatten sich den Ball am Anstoß­punkt zu Recht gelegt und auf den Wie­der­an­pfiff des Schieds­rich­ters gewartet. Hanke sieht, dass Butt, noch mit dem Rücken zum Spiel­feld, gemüt­lich in Rich­tung Tor trabt, als der Pfiff ertönt. Und solch eine Chance lässt sich der gewiefte Hanke nicht ent­gehen. Er hält ein­fach drauf und trifft über den ver­dutzten Keeper hinweg. Aller­dings war der Treffer nicht ganz regel­kon­form, denn Anstoß­partner Sand hatte den Ball nicht berührt. Das Tor zählte trotzdem, hatte aber kaum Bedeu­tung, denn es blieb schließ­lich beim 3:2 für Lever­kusen.

Platz 4: Klaus Mehler (SpVgg Frank­furt-Fechen­heim) am 08. Juni 1980 im Spiel SpVgg Frank­furt-Fechen­heim – DjK Bad Hom­burg

Es ist das ent­schei­dende Spiel um die Meis­ter­schaft in der Kreis­liga A, Staffel Südost, Kreis Frank­furt. Die Partie ist gerade zehn Minuten alt, als der Fechen­heimer Tor­hüter Uwe Schröder den Ball weit in die geg­ne­ri­sche Hälfte abschlägt. Uwe Jung ver­län­gert per Kopf zu Detlef Jerger auf die rechte Außen­bahn. Der leitet den Ball eben­falls mit dem Kopf prä­zise in den Straf­raum weiter und dort steht in etwa 14 Meter Ent­fer­nung zum Tor Klaus Mehler. Auch der ehe­ma­lige Stürmer der Ama­teure von Ein­tracht Frank­furt ent­scheidet sich für einen Kopf­stoß, steigt hoch und voll­endet die Kopf­ball­sta­fette zur 1:0‑Führung. Der Ball hatte vom Abschlag des Tor­hü­ters bis zur Netz-Berüh­rung weder den Rasen berührt, noch konnte ein Spieler des DJK Bad Hom­burg ein­greifen. Fechen­heim gewann das Spiel schließ­lich mit 4:0 und durfte nicht nur die Meis­ter­schaft, son­dern auch den Auf­stieg in die Bezirks­liga feiern.

Platz 5: Frank Mill (Borussia Dort­mund) am 09. April 1988 im Spiel Borussia Dort­mund – Han­nover 96

Frank Mill, das Schlitzohr. Ralf Raps im Tor der 96er führt den Ball am Fuß und bereitet sich auf einen Abschlag vor. Frank Mill dauert das zu lange. Er läuft auf Raps zu, damit dieser den Ball auf­nimmt und abschlägt. Der Keeper han­delt erwar­tungs­gemäß, weiß aber noch nicht, dass er dadurch dem außer­ge­wöhn­li­chen Plan von Frank Mill in die Hände spielt. Raps igno­riert den Borussen-Stürmer, der auch, nachdem sich der Ball nun scheinbar sicher in den Händen des Tor­hü­ters befindet, nicht abdreht. Ein Fehler. Als Raps den Ball zum Abschlag leicht in die Luft wirft, stürzt sich Franky“ mit dem Kopf voran dazwi­schen, spit­zelt den Ball weg und schiebt ihn ins Tor. Raps bleibt nicht anderes übrig, als umzu­fallen und auf Foul zu plä­dieren. Doch das hilft nicht. Es steht 2:1 für Dort­mund und Hän­ge­socke“ Mill (mal wieder ohne Schien­bein­schoner auf­ge­laufen) lässt sich für seine Schlitz­oh­rig­keit feiern. Am Ende bleibt den Borussen aller­dings nur ein Punkt. Das Spiel endet 3:3.

Platz 6: Otto Addo (Borussia Dort­mund) am 24. Sep­tember 2003 im Spiel Aus­tria Wien – Borussia Dort­mund

Otto Addo hatte nach zwei Kreuz­band­rissen in zwei Jahren auf eine ver­let­zungs­freie Bun­des­li­ga­saison gehofft. Die Vor­be­rei­tung war gut gelaufen, er hatte sich einen Stamm­platz erkämpft. Auch in der ersten Runde des UEFA-Pokals durfte der gebür­tige Gha­naer von Beginn an auf­laufen. Dann die 32. Minute. Bei einem eher harm­losen Zwei­kampf pas­siert es wieder. Das Kreuz­band im rechten Knie hält der Belas­tung nicht stand und reißt erneut. Addo weiß sofort, was pas­siert ist, signa­li­siert, dass er aus­ge­wech­selt werden muss, schleppt sich aber noch über den Platz. In einem letzten Kraftakt und unter großen Schmerzen betei­ligt sich Addo trotzdem noch einmal an einem Angriff der Borussia. Er bekommt den Ball auf halb­rechts, lässt einen Gegen­spieler aus­steigen und schlenzt die Kugel gefühl­voll mit dem noch gesunden linken Bein zur 1:0‑Führung in die lange Ecke. Jubelnd, aber mit schmerz­ver­zerrtem Gesicht, läuft Addo zur Außen­linie und lässt sich direkt aus­wech­seln. Dort­mund gewinnt 2:1 in Wien und erreicht mit einem 1:0‑Sieg im Rück­spiel die zweite Runde. Otto Addo macht sein nächstes Bun­des­li­ga­spiel erst im Januar 2005.

Platz 7: Jens Leh­mann (Schalke 04) am 19. Dezember 1997 im Spiel Borussia Dort­mund – Schalke 04

Revier-Derby. 90 Minuten sind rum. Dort­mund führt im hei­mi­schen Sta­dion mit 2:1. Die Revanche für die 0:1‑Niederlage in der Hin­runde auf Schalke scheint zu gelingen. Schalke bekommt noch einen Eck­ball zuge­spro­chen. Keeper Jens Leh­mann ist auf­ge­bracht, musste er sich doch die letzten 45 Minuten von der Dort­munder Süd­tri­büne einige Gemein­heiten gefallen lassen. Jetzt will er es heim­zahlen. Er sprintet über den gesamten Platz, gibt Zei­chen, dass die Ecke nicht aus­ge­führt werden soll, bevor er da ist. End­lich kommt die Ecke in den Sech­zehner, wird ver­län­gert und vom Elf­me­ter­punkt noch mal an den langen Pfosten wei­ter­ge­leitet. Da steht Jens Leh­mann jetzt ganz frei und wuchtet das Leder per Kopf zum Aus­gleich ins Netz. Rache geglückt. Leh­mann scheint durch das Tor die Schmä­hungen der Dort­munder Fans ver­drängt zu haben. In der fol­genden Saison wech­selt der Tor­hüter über den Umweg AC Mai­land zum Schalker Erz-Rivalen.

Platz 8: Karl-Heinz Rum­me­nigge (Bayern Mün­chen) am 19. Juli 1981 im Spiel Bayern Mün­chen – FC Brügge

Die Münchner Bayern haben die bel­gi­schen Gäste beim Aachener Som­mer­tur­nier fest im Griff, es steht bereits 3:0. Doch damit nicht genug. Karl-Heinz Rum­me­nigge kann es nicht lassen und ärgert die Mann­schaft des FC Brügge noch ein biss­chen mehr. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte erreicht den Bayern-Stürmer, der nun nur noch den bel­gi­schen Keeper vor sich hat. Eine schnelle Finte und Rum­me­nigge kann unbe­hel­ligt das leere Tor ansteuern, auch der aus­ge­tanzte Tor­wart setzt nicht mehr nach. Rum­me­nigge nimmt sich alle Zeit der Welt, legt den Ball kurz vor der Tor­linie ab, hebt ihn sich selbst auf den Kopf und nickt ein. Vom Schieds­richter gibt es für diese unsport­liche Vor­füh­rung die gelbe Karte, das Tor zählt trotzdem, und die Bayern gewinnen schließ­lich mit 5:1.

— — —

Eine Zusam­men­stel­lung der schönsten Tore aller Zeiten findet Ihr hier www​.11freunde​.de/​f​l​i​m​m​e​r​kiste .