Seite 2: Politiker Grindel: Gegen Korruptionsgesetze, gegen Multikulti

Aller­dings war der CDU-Poli­tiker schon bei seiner Wahl umstritten. Nicht nur dass er kein Pro­blem darin sah, gleich­zeitig im Sport­aus­schuss des Bun­des­tages als Vize-Vor­sit­zender und als Schatz­meister des DFB-Prä­si­diums zu amtieren – und in dieser Dop­pel­rolle bei der Auf­ar­bei­tung der WM-Affäre höchst eigen­artig hin und her zu chan­gieren. Der einst­ma­lige Leiter der ZDF-Stu­dios in Berlin und Brüssel hatte sich im Par­la­ment auch ander­weitig einen Namen gemacht: als innen­po­li­ti­scher Hard­liner.

Mul­ti­kulti ist in Wahr­heit Kud­del­muddel“, ver­kün­dete Grindel bereits im Dezember 2004 im Bun­destag. Es handle sich dabei um eine Lebens­lüge, weil Mul­ti­kulti in vielen Vier­teln eben nur Mono­kultur geschaffen hat, wo Anreize zur Inte­gra­tion fehlen“. Es gebe in den Städten zu viele isla­mi­sierte Räume und Ver­hal­tens­weisen von Aus­län­dern, die zu Unfrei­heit führen“.

Reinster AfD-Sprech, bevor es diese Partei über­haupt gab“

Dabei war der spä­tere DFB-Prä­si­dent im Par­la­ment auch ander­weitig auf­fällig. So ver­wei­gerte Grindel einem Gesetz zur Straf­bar­keit von Abge­ord­ne­ten­be­stechung, das der Bun­destag im Früh­jahr 2014 mit über­wäl­ti­gender Mehr­heit beschloss, die Zustim­mung – obwohl er gleich­zeitig als Anti-Kor­rup­ti­ons­be­auf­tragter des DFB fun­gierte.

Mit beson­derer Inten­sität aller­dings wid­mete sich der CDU-Poli­tiker Grindel der Aus­län­der­po­litik. Er warnte vor Mas­sen­ein­wan­de­rung, Über­for­de­rung des Staates, Aus­beu­tung der Sozi­al­sys­teme. In seinem Wahl­kreis for­derte er mehr Polizei, damit die Bürger sich sicher fühlen könnten vor den vielen Zuwan­de­rern. Und im Jahr 2013 hielt er eine Rede zur dop­pelten Staats­bür­ger­schaft, an die sich Mutlu mit Schau­dern erin­nert. Was Grindel da von sich gab, war nicht nur ten­den­ziös. Es war reinster AfD-Sprech, bevor es diese Partei über­haupt gab.“

Vor­ur­teils­be­la­dene Stamm­tisch­pa­rolen

Tat­säch­lich drängte Grindel damals im Bun­destag mit Verve darauf, dass sich Jugend­liche mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund gefäl­ligst für eine Staats­an­ge­hö­rig­keit zu ent­scheiden hätten. Dar­aufhin wandte sich Mutlu mit 38 wei­teren Unter­zeich­nern an den DFB, der gerade drauf und dran war, Grindel als Schatz­meister ins Prä­si­dium auf­zu­nehmen. Grin­dels Aus­füh­rungen gli­chen Stamm­tisch­pa­rolen“. hieß es in dem offenen Brief. Sie seien derart vor­ur­teils­be­laden“, dass sich Zweifel an seiner fach­li­chen Kom­pe­tenz und Sen­si­bi­lität für das Thema Inte­gra­tion gera­dezu auf­drängen“.