Kala­brien ist ein para­die­si­scher Ort. Vor den Küsten färbt sich das Tyr­rhe­ni­sche Meer tief türkis, die Straßen werden gesäumt von Ber­ga­mot­ten­plan­tagen und zwi­schen den Hügeln der weit­läu­figen Land­schaft tau­chen immer wieder ver­wun­schene, pit­to­reske Orte auf. Guter Wein wird hier gekel­tert, jähr­lich genießen zahl­lose Tou­risten die Sonne Kala­briens.

Außerdem ist die gesamte Region von einem Krebs­ge­schwür befallen, das ins ganze Land, ja in die ganze Welt streut: Die Ndran­gheta.

Ein Kampf gegen Wind­mühlen

Die kala­bre­si­sche Mafia setzt im Jahr 53 Mil­li­arden Euro um: mit Dro­gen­handel, Schutz­geld­erpres­sung, Raub, Betrug. Sie ist die mäch­tigste Mafia-Orga­ni­sa­tion Europas. Die Unter­wan­de­rung der ita­lie­ni­schen Gesell­schaft ist für die Natio­nale Anti­mafia-Staats­an­walt­schaft oft ein Kampf gegen Wind­mühlen.

Umso größer war der Erfolg, als 2015 gleich dut­zende Ange­hö­rige der Mafia ver­haftet werden konnten. Diesen wird aktuell der Pro­zess gemacht, es ist der größte der nord­ita­lie­ni­schen Geschichte. Unter den Ver­haf­teten damals: Giu­seppe Iaquinta.

Eben­falls ange­klagt ist nun dessen Sohn Vin­cenzo Iaquinta, 40-maliger Natio­nal­spieler Ita­liens und Welt­meister 2006. Im Finale in Berlin wurde er in der 61. Minute ein­ge­wech­selt.

2006 wurden Gerüchte laut, Iaquinta habe illegal Wetten plat­ziert

Iaquinta kam erst mit 25 Jahren mit Udi­nese in der Serie A an, wurde auf die Tri­büne gesetzt, als er seinen Ver­trag nicht ver­län­gern wollte, wurde begna­digt, traf und traf und traf, wech­selte zu Juventus Turin und wurde Meister. Als einen gran­diosen Auf­reißer“ beschrieb ihn einst die FAZ“, was seinen Spiel­stil ganz gut trifft.

2006 wurden Gerüchte laut, Iaquinta habe illegal Wetten plat­ziert, wie Gian­luigi Buffon oder David di Michele auch, ohne dass ihm das nach­ge­wiesen werden konnte. Der Hang zum Halb­sei­denen scheint Iaquinta nun ein­zu­holen.