Porcello hat einen unglaub­lich guten Weit­schuss“, sagt Uwe Morawe und das für Uwe-Morawe-Ver­hält­nisse noch etwas emo­ti­onslos aus dem Off. Das Bild zeigt Mas­si­mi­lian Porcello, der sich dazu pas­send scheinbar ambi­ti­onslos den Ball zurecht­legt. Aber diese 40 Meter sind auch für ihn wohl zu viel“, schätzt Fach­mann Morawe. Zeit­gleich schwätzt Porcello noch ein biss­chen mit seinem Mit­spieler. Drei Weit­schuss­tore in der Liga, zwei im Pokal…“, prahlt Morawe mit Ange­ber­wissen. Doch Porcello hört da schon gar nicht mehr hin, er macht zehn Schritte rück­wärts, bleibt kurz stehen und beginnt zu tip­peln. 

Das scheint Morawe zu erregen, es ist deut­lich in seiner Stimme zu hören als er fragt: Naa?“ Dann beginnt Porcello anzu­laufen, was Morawes Erre­gungs­zu­stand noch wenig weiter anheizt. Will er viel­leicht sogar?“, fragt der Kom­men­tator, wie aus einem Hape-Ker­ke­ling-Sketch: Na will er die Sah­ne­schnitt­chen jetzt oder nicht?“ Und Porcello will sie!

Will er viel­leicht sogar?“

In dem Moment, da sein rechter Fuß den Ball berührt, ist Morawe nicht mehr bloß erregt, son­dern kom­plett ero­ti­siert: Der gibt den Hafer!“, schreit er und besagter Hafer fliegt. UND WIIIIIIIEE! UND WIIIIIIIEE! UND WIE!“, schreit Morawe, auf dem Höhe­punkt ange­langt als der Ball im Knick ein­schlägt. Ein sackendes Mas­si­mi­lian Porcello“ rundet das Ganze ab. Der Joke, beim nächsten Mal solle es Porcello doch gleich mit dem eigenen Abstoß ver­su­chen – ein Morawe-Klas­siker – ist dann nur noch Zugabe.

Hach, herr­liche Szene!

Malz­bier und Hat­trick

Die beschrie­bene Sequenz stammt aus einem DSF-Mit­schnitt vom Mon­tag­abend­spiel zwi­schen dem Karls­ruher SC und Hansa Ros­tock am 20. November 2006. 15 Minuten sind gespielt, als Karls­ruhes Zehner Porcello sich die Murmel zurecht­legt und den Ball aus 45 Metern ins Tor haut. Zur Freude von Uwe Morawe, Legende des Deut­schen Sport­fern­se­hens. Und zur Freude von mir, damals (wie heute) keine Legende in irgend­einer Dis­zi­plin, son­dern elf­jährig vor dem Fern­seher sit­zend.

Was für ein irres Spiel da statt­fand, geht aus dem 120-Sekunder bei You­Tube gar nicht hervor. Denn Porcellos Tor, das natür­lich an Klasse gewinnt, weil Uwe Morawe es so sen­sa­tio­nell kom­men­tiert, sollte am Ende des Abends gar nicht das High­light bleiben. Statt­dessen holte Ros­tock in den Schluss­mi­nuten einen aus­sichts­losen Rück­stand auf, machte aus einem 1:4 beim KSC noch ein 4:4.