Wollten sie vor­zeitig feiern? Oder als sprich­wört­li­cher zwölfter Mann“ ein­greifen? Egal: Dass die Fans von Ajax Ams­terdam nach kaum zwanzig Sekunden des nie­der­län­di­schen Pokal­fi­nals Feu­er­werks­körper auf den Platz warfen und damit einen frühen Angriff des Geg­ners PEC Zwolle unter­bra­chen, brachte ihnen im End­ef­fekt nichts. Im Gegen­teil, die von den Ajax-Fans pro­vo­zierten Spiel­un­ter­bre­chungen scha­deten nur ihren eigenen Spie­lern, Hol­lands Rekord­meister und klarer Favorit verlor das End­spiel sen­sa­tio­nell mit 1:5.

PEC Zwolle, erst seit zwei Jahren wieder in der Ersten Liga und bis zum ver­gan­genen Sonntag ohne jeden Titel in der Ver­eins­ge­schichte, schoss binnen 25 Minuten mit vier Toren die frühe Ajax-Füh­rung über den Haufen und machte die große Pokal­sen­sa­tion schon vor der Pause per­fekt. Die Pyro-Aktionen der eigenen Fans machten es nur schlimmer für Ajax. Zweimal musste das Spiel unter­bro­chen werden, zum zweiten Mal für rund 25 Minuten. Dagegen konnte auch Ex-Natio­nal­tor­wart, Ajax-Mar­ke­ting­di­rektor Edwin van der Sar, nichts tun. Er appel­lierte an die Fans, mit dem Mist auf­zu­hören“, weil er allen schaden würde.

Dieser Nach­mittag in Rot­terdam wird sicher­lich als einer der schwär­zesten in die glor­reiche Geschichte des AFC Ajax ein­gehen. Man sollte aller­dings nicht ver­gessen, dass der Tag dem PEC Zwolle gehörte. Mit packendem, offen­sivem Fuß­ball deklas­sierte er den großen Gegner und gewann seinen ersten Titel. Ein biss­chen Romantik hat der Fuß­ball bis­weilen immer noch zu bieten, auch wenn’s mal wieder brennt.