Ditmar Jakobs, im DFB-Pokal­spiel zwi­schen Ham­burg und Bayern ver­gan­gene Woche wurde Franck Ribéry von einem Flitzer atta­ckiert. Was wäre denn gewesen, wenn der Mann Ribéry ernst­haft ver­letzt hätte?
Für Unfälle auf dem Platz muss die Berufs­ge­nos­sen­schaft haften. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft und auch der Verein würden meines Wis­sens den Flitzer für den ent­stan­denen Schaden in Regress nehmen. Und wenn der Flitzer kein Geld hat, würde wahr­schein­lich der aus­rich­tende Klub zur Ver­ant­wor­tung gezogen, schließ­lich ist es die Pflicht des aus­rich­tenden Ver­eins, für die Sicher­heit der Spieler zu sorgen.

Aber kann man in so einem Fall denn von Unfall spre­chen?
So etwas ist hier­zu­lande ja noch nicht vor­ge­kommen, das müsste ein Ver­si­che­rungs­an­walt klären. Aber ich denke, dass es aus Ver­si­che­rungs­sicht uner­heb­lich ist, ob man vom Gegen­spieler gefoult oder von einem Flitzer ange­gangen wird. Die Defi­ni­tion von Unfall ist ein von außen auf den Körper ein­wir­kendes Ereignis. Das ist Ribéry pas­siert, auf dem Spiel­feld und damit wäh­rend seiner Arbeits­zeit.

Franck Ribéry hat ver­ständ­li­cher­weise wütend auf die Attacke reagiert. Was wäre denn gewesen, wenn Ribéry den Flitzer im Gegenzug ver­letzt hätte?
Auch das müsste ein Anwalt bewerten. Es könnte sich um Not­wehr han­deln, aller­dings könnte es je nach Sach­lage auch so sein, dass Ribéry vom Flitzer hätte ver­klagt werden können. Wenn Sie einen Ein­bre­cher auf Ihrem Grund­stück erwi­schen, und der bricht sich ein Bein, weil Sie nicht gestreut haben, dann kann der Sie theo­re­tisch ver­klagen. So aben­teu­er­lich das klingt.

Wie ist denn gene­rell die Ver­si­che­rungs­si­tua­tion der Spieler? Gibt es so etwas wie eine uni­ver­selle Regel?
Sicher. Wenn ich meinen Beruf ausübe, dann bin ich ver­si­chert. Das gilt für die Arbeits­zeit sowie für den Weg zur Arbeit. Aber nur für den direkten Weg. Wenn ich vorher zum Bäcker fahre und mir da den Fuß breche, deckt das die Berufs­ge­nos­sen­schaft nicht. Unfälle auf dem Feld aber natür­lich schon.

Gibt es keine Grau­zonen? Wenn Ver­let­zungen und Unfälle nicht auf dem Spiel­feld pas­sieren, son­dern drum­herum? Der Schweizer Paulo Diogo riss sich einst einen Finger ab, als er zum Tor­jubel auf den Zaun klet­terte.
Das kann ich nur schwer beur­teilen. Ich kann mir vor­stellen, dass so etwas nicht über die Berufs­ge­nos­sen­schaft ver­si­chert ist, schließ­lich ist der Jubel am Zaun eine Art Umweg. Er hätte ja eigent­lich auf dem Feld bleiben müssen. Wenn er wie ein Ver­rückter auf dem Zaun jubelt, weiß ich nicht, ob das noch zu seiner Arbeit gehört.

Und beim Warm­ma­chen?
Ohne Ein­wir­kung von Außen, also bei­spiels­weise wenn ein Spieler sich beim Warm­ma­chen zerrt, ebenso wie wäh­rend des Spiels, zahlt die Kran­ken­kasse. Bei einem Unfall die Berufs­ge­nos­sen­schaft.