Seite 3: Aneinander gekettet in einer unglücklichen Beziehung

Der trat jedoch im Sommer 2008 nur ein halbes Jahr nach seinem Amts­an­tritt zurück und beklagte sich öffent­lich über Ash­leys man­gelnden Inves­ti­ti­ons­willen. Ab diesem Zeit­punkt sanken die Beliebt­heits­werte von New­castles Eigen­tümer rapide. Und auch Ashley selbst verlor zuse­hends die Lust an seinem neuem Spiel­zeug. Bereits kurz nach dem Zer­würfnis mit Keegan ver­suchte Ashley erst­mals, den Klub zu ver­kaufen – ver­ge­bens. 

Seither hat der Unter­nehmer New­castle United mehr­fach zum Ver­kauf ange­boten. Doch ein Ver­trags­ab­schluss kam nie zustande. Was offenbar auch an Ashley selbst liegt. So beklagten etwa die am Verein inter­es­sierten Inves­toren der Pro­fi­table Group“ aus Sin­gapur Ash­leys man­gelnde Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit“. Auch die Unter­neh­merin Amanda Stav­eley brach die Kauf­ver­hand­lungen ab und bezeich­nete sie gegen­über Sky“ als ermü­dend“.

Mit Benitez ging der letzte Sym­pa­thie­träger

So sind Verein, Fans und Besitzer seit nun­mehr zwölf Jahren in einer unglück­li­chen Bezie­hung anein­ander gekettet. In den letzten Jahren war es oft allein Trainer Rafa Benitez, der die Anhän­gern noch an das Gute in ihrem Klub glauben ließ. Nicht nur holte er aus den ver­gleichs­weise beschei­denen Mit­teln, die ihm Ashley zur Ver­fü­gung stellte, in sport­li­cher Hin­sicht das wohl Maxi­male heraus. Er machte sich in der Stadt äußerst beliebt, indem er die von Anhän­gern orga­ni­sierte Food­bank“, eine Tafel-ähn­liche Ein­rich­tung, unter­stütze, Fans mit Behin­de­rung besuchte oder sich für die Stif­tung von Ver­ein­si­kone Bobby Robson enga­gierte.

Doch auch Benitez ist nun Geschichte in New­castle. Sein Ver­trag lief zum Sai­son­ende aus. Statt sich weiter von Mike Ashley hin­sicht­lich mög­li­cher Ver­stär­kungen hin­halten zu lassen, darf der Spa­nier nun in China bei Dalian Yifang mit Fan­ta­sie­summen han­tieren. Eine Tat­sache, die ihm die meisten Fans der Mag­pies wohl kaum vor­werfen werden. Viel­mehr richtet sich ihre Wut einmal mehr gegen den Klub­be­sitzer, der den beliebten Trainer nicht von einer Ver­trags­ver­län­ge­rung über­zeugen konnte. 

Statt Benitez steht in der kom­menden Spiel­zeit nun Steve Bruce an der Sei­ten­linie der Mag­pies. Der 58-Jäh­rige kommt vom Zweit­li­gisten Shef­field Wed­nesday und soll laut Sky“ auf der ver­eins­in­ternen Liste der Trai­ner­kan­di­daten ledig­lich den elften Platz belegt haben – weit hinter illus­tren Namen wie Jose Mour­inho, Mikel Arteta oder Patrick Vieira. Bei vielen Fans sorgt der Trai­ner­wechsel vom Cham­pions-League-Sieger Benitez zum Zweit­liga-Zwölften Bruce für zusätz­liche Ver­är­ge­rung – und mög­li­cher­weise für wei­tere leere Plätze im St. James’ Park.