Seite 3: Versuchte Erpressung?

Drei Monate später mel­dete die BBC, dass Moore vom Vor­wurf des Dieb­stahls frei­ge­spro­chen wurde“. Weiter hieß es in der Mel­dung, dass Clara Padilla sich wohl in die USA abge­setzt habe und dass Alvaro Suarez vom Besitzer des Juwe­lier­la­dens bezahlt worden war, um eine fal­sche Aus­sage gegen Moore zu machen. Die BBC schrieb: Man nimmt an, dass der Plan darin bestand, Bobby Moore zu erpressen, Publi­city für das Geschäft zu bekommen und viel­leicht sogar die Moral der eng­li­schen Mann­schaft zu bre­chen.“

Diese dritte Theorie war tat­säch­lich weit ver­breitet, obwohl sie ver­mut­lich nur zeigt, unter wel­cher Selbst­über­schät­zung der eng­li­sche Fuß­ball damals noch litt. Viel wahr­schein­li­cher ist es, dass man Moore ein­fach nur dazu bringen wollte, Geld zu bezahlen, um Ärger mit der Polizei zu ver­meiden. Es war also ver­mut­lich die Art von Falle, in die aus­län­di­sche Tou­risten gern gelockt wurden und die bei Moore nur des­wegen nicht zuschnappte, weil die Gauner an jemanden geraten waren, der in der Öffent­lich­keit stand.

Hast du es genommen?“

Aber es gibt natür­lich auch noch andere Mög­lich­keiten. Moore selbst äußerte Powell gegen­über die Ver­mu­tung, dass einer der anderen Spieler, die kurz im Laden waren, sich viel­leicht einen Scherz erlaubt hatte und dann selbst erschro­cken war, welche Aus­maße das Ganze annahm.

Schließ­lich bleibt da noch eine letzte Vari­ante. In einem 2002 ent­stan­denen Film über Moores Leben kommt auch seine zweite Frau zu Wort. Sie erzählt, wie sie ihn ein Vier­tel­jahr­hun­dert nach dem Vor­fall in Bogota ken­nen­lernte. Ich musste ihn ein­fach fragen“, erin­nert sie sich. Also sagte ich: Hast du das Arm­band genommen?“

Empörter Charlton

Sie stand nicht alleine mit ihren Zwei­feln. Ganz am Ende der Stu­dio­ver­sion von Serious Drin­kings Bobby Moore Was Inno­cent“ hört man eine Stimme, die sagt: I think he did nick it.“ Ich glaube, er hat’s doch geklaut. 

Das ist so alles so ein totaler Quatsch, man sollte gar nicht dar­über reden“, empört sich Bobby Charlton in der Moore-Doku­men­ta­tion. Am meisten ärgert mich dies: Bei all dem Talent und Können, das Bobby Moore hatte, wird es Leute geben, die sich immer nur an diese eine Sache erin­nern.“