Tham­s­anqa Gabuza hat es wirk­lich nicht leicht. Bei den Fans der Orlando Pirates ist er seit langem als Chan­centod bekannt. Satte acht Tore gelangen ihm in den letzten fünf Jahren. Und auch an diesem Tag, dem fünften Spieltag in der süd­afri­ka­ni­schen ersten Liga, sollte ihm keines gelingen.

Als er in der 30. Minute schon meh­rere Groß­chancen aus­ge­lassen hat, machen die Fans ihrem Unmut Luft. Es hallt Häme von den Rängen. Die Fan­kurve for­dert die Aus­wechs­lung des Stür­mers. Doch dann pas­siert es: Gabuza erhält den Ball auf der linken Seite, flankt nach Innen und ein Ver­tei­diger der Leo­pards sto­chert das Spiel­gerät ins eigene Tor. Jubel auf den Rängen. Und Gabuza brennt die Siche­rung durch. Er ent­le­digt sich seinem Trikot, wirft es in die jubelnde Menge, macht ein, zwei obs­zöne Gesten und geht. Ja, er geht. Ver­lässt zuerst das Spiel­feld und rennt dann in die Kabine. Mit­spieler und Trainer ver­su­chen ihn auf­zu­halten. Ver­ge­bens.

Dickes Knie, lei­dender Blick

Das Spiel wird ohne den glück­losen Stürmer fort­ge­setzt. Sogar über die Halb­zeit hinweg spielen die Orlando Pirates zu zehnt. Denn man kann keinen Spieler aus­wech­seln, der sich nicht auf dem Feld oder zumin­dest in der Nähe eben dieses befindet. Und Gabuza bleibt in der Kabine.

In der 51. Minute kommt er dann zurück. Hum­pelnd. Mit einer Knie­ban­dage und lei­dendem Blick. Der Schieds­richter gibt ihm eine gelbe Karte, weil er in der ersten Halb­zeit sein Trikot aus­ge­zogen hatte, dann eine Zweite für das irre­gu­läre Ver­lassen des Platzes. Im Summe: Gelb-Rot. Die Orlando Pirates gewannen das Spiel dann tat­säch­lich noch mit 2:1. Ob Tham­s­anqa Gabuza so schnell wieder in die Startelf zurück­kehren wird, ist aller­dings frag­lich. Der Verein ver­don­nerte ihn auf jeden Fall zu einem Ent­schul­di­gungs­video.