Seite 3: „Ich glaube, ich werde zwei Tore machen“

Warum ist Schweden ohne Zlatan Ibra­hi­movic besser?
Das behaupten Sie!

Es ist eine Frage.
Zlatan ist immer ein Thema. Viele wollten ihn zurück­haben. Das wäre nicht schlecht für uns gewesen. Aber er hat Nein gesagt. Dann ist es so.

Waren Sie froh, als die Dis­kus­sion end­lich beendet war?
Ich bin immer so: Chill. Kommt er zurück – super. Kommt er nicht zurück – auch okay. Dann müssen wir es eben ohne ihn hin­be­kommen.

Viel­leicht pro­fi­tiert die Mann­schaft sogar davon, dass er nicht mehr da ist – weil sich die anderen Spieler nicht mehr hinter ihm ver­ste­cken können und selbst mehr Ver­ant­wor­tung über­nehmen müssen.
Das kommt auto­ma­tisch. Zlatan ist unser bester Spieler aller Zeiten, ohne Frage. Des­halb war er für die Öffent­lich­keit auch ein Thema. Aber wir Spieler mussten mit der Situa­tion zurecht­kommen, wie sie war. Viele wollen beweisen: Wir können es auch ohne ihn. Das haben wir gezeigt. Ich glaube, mit Zlatan ist jede Mann­schaft besser. Aber er ist nicht dabei – und wir sind trotzdem für die WM qua­li­fi­ziert.

Sie haben in der Bun­des­liga in der ver­gan­genen Saison nur zwei Tore erzielt und zwei vor­be­reitet. Haben Sie das Gefühl, bei der WM etwas gera­de­rü­cken zu müssen?
Das kann sein. Aber die Sta­tistik bedeutet mir nichts. Ich war drei Monate ver­letzt, habe die letzten Sai­son­spiele wegen meiner Rot­sperre ver­passt. Ich weiß genau, dass ich nächste Saison auch wieder auf 19 Assists kommen kann wie im Jahr zuvor. Ich fühle mich gut jetzt.

Ihr Groß­vater war auch Fuß­baller. Reist er gele­gent­lich nach Leipzig, um Sie spielen zu sehen?
Nein, das ist zu anstren­gend. Er ist inzwi­schen 90 und sieht nicht mehr so gut. Aber er ver­folgt alle Spiele von mir, im Fern­sehen oder am Radio. Mein Groß­vater, mein Vater und ich, wir haben alle drei mit 17 unser Pro­fi­debüt gefeiert, alle im selben Verein, bei GIF Sunds­vall. Das ist sehr komisch – aber auch sehr cool.

Hätten Sie da über­haupt eine andere Mög­lich­keit gehabt, als Fuß­baller zu werden?
Sicher. Ich habe auch Eis­ho­ckey gespielt, Tennis, Floor­ball. Ich habe alles pro­biert. Am Ende habe ich mich für Fuß­ball ent­schieden. Aber erst mit 17. Eigent­lich ist es im Floor­ball sogar viel besser für mich gelaufen. Da war ich ganz nah an der U‑17-Natio­nal­mann­schaft. Im Fuß­ball hatte ich viele Zweifel. Ich dachte, es wird schwer, bei den Profis eine Chance zu kriegen. Aber mein Vater und meine heu­tige Frau haben mir gesagt: Pro­bier es erst mal beim Fuß­ball! Wenn es nicht klappt, kannst du es immer noch zum Floor­ball zurück­kehren. Umge­kehrt dürfte es schwie­riger sein.“

Wenn Sie sich einen Spieler aus der deut­schen Mann­schaft klauen könnten: Wer wäre das?
Uff, das ist ein großes Angebot. Es wäre nicht schlecht jemanden zu haben, der viele Tore schießt. So wie Timo Werner. Aber ich mag auch Özil. Er spielt sehr ähn­lich Fuß­ball wie ich. Trotzdem: Timo ist mein Mann­schafts­ka­merad, also würde ich Timo nehmen.

Haben Sie ein biss­chen Angst vor ihm?
Nein, über­haupt nicht. Ich freue mich riesig auf das Spiel. Ich glaube, ich werde zwei Tore machen. (lacht)

Das ist mal eine Ansage.
Ihr müsst es nur glauben!