Sebas­tian Rode
Die Saison geht so langsam in die ent­schei­dende Phase und wer sticht bei den Bayern hervor? Sebas­tian Rode. Gut, RibRob, Alaba und Co. sind Flick­zeug, aber den­noch: Mit Sebas­tian Rodes der­zei­tigem Stel­len­wert hätten vor der Saison wohl nur solche Men­schen gerechnet, die ansonsten mit hoch­kom­plexen Zahlen han­tieren und trotzdem im Ergebnis immer Kon­fetti stehen haben. Und wir natür­lich. Gegen Hof­fen­heim nun drehte er noch mal den Swag und sich zum spiel­ent­schei­denden Mann auf. Lief, zwei­kämpfte und ver­bin­dungs­passte wie auch sonst. Und packte ein Sah­ne­häub­chen von Tor oben­drauf, das so schön gezir­kelt war, dass Rode nach­träg­lich eine Mathe-Eins ins Abitur geschrieben bekommt.

Dr. Volker Braun
Dr. Mull legte die Binde zur Seite und hin­ter­ließ ein Loch so groß wie der Tegernsee. Kein leichter Job also für seinen Nach­folger, Dr. Volker Braun. Doch der Auf­takt gelang. Sprung­ge­lenks-Zip­per­lein bei Juan Bernat und eine leichte Göt­zitis (= Rei­zung des Haar­an­satzes) bei Mario Götze; mehr war nicht zu tun rund um das Spiel in Hof­fen­heim. Wenn er jetzt noch einen der etat­mä­ßigen Stamm­spieler für das Rück­spiel gegen Porto fit bekommt, heißt es bei den Bayern bald schon: Zurück in die Zukunft mit Doc Brown“. Dessen Motto auf der eigenen Home­page lautet übri­gens: Aegroti salus suprema lex“. Was so viel bedeutet wie: Das Wohl des Pati­enten ist höchstes Gesetz. Dass es richtig FC Bavaria salus suprema lex“ heißen muss, werden sie ihm schon noch ein­sam­mern und bei­pepen.

Hen­rikh Ham­leti Mkhi­ta­ryan
Wenn Hen­rikh Mkhi­ta­ryan so etwas wie der Don Qui­jote der Ära Jürgen Klopp war, war sein Spiel gegen den SC Pader­born wie ein Sieg im Kampf gegen Wind­mühlen. Denn was er im Spiel eins nach dem Trai­ner­beben auf den Rasen zau­berte, war nichts weiter als ein gelebtes Mär­chen. Ein Dop­pel­pass hier, ein Hackentrick da und ein Kopf­balltor so selbst­ver­ständ­lich wie das Dings­bums in seinem Namen. Gut mög­lich, dass Mkhi­ta­ryan unter Thomas Tuchel explo­dieren wird wie ein Stück Sahne-Baiser-Torte im Magen eines Mager­mo­dels. Gut mög­lich, dass man sich dann an dieses Spiel erin­nern wird. Warum es unter Klopp nie dau­er­haft funk­tio­nierte, wird wohl für ewig ein Rätsel bleiben. Aber wie heißt es schon bei Don Qui­jote: Tat­sa­chen sind die Feinde der Wahr­heit.“

Lever­ku­sens Stan­dards
Bayer 04 Lever­kusen war im Duell mit Han­nover 96 so drü­ckend über­legen wie Tine Wittler im Kampf gegen die Leich­tig­keit. Dem­entspre­chend deut­lich endete das Spiel. Trotzdem bediente sich Bayer dabei vor allem beim schnö­desten aller Mittel: der Stan­dard­si­tua­tion. Drei der vier Tore fielen durch oder im Anschluss an eine solche. Doch der Purismus hatte sein Gutes. Denn wie sonst hätte Ömer Toprak zu seinem ersten Sai­sontor und Hakan Cal­ha­noglu zu seinem ersten Assist nach einer Ecke kommen sollen? Eben. Nur schade aus Bayer-Sicht, dass die Gäste nicht töl­pel­haft genug waren, auch noch den ein oder anderen Elf­me­ter­pfiff zu kas­sieren. In Sachen Straf­stoß hätte Lever­kusen schließ­lich am ehesten Nach­holf­be­darf.

Manuel Schmie­de­bach
In Han­nover schrillen der­weil die Alarm­glo­cken wie bei Superman am Waschtag. Aber auch in den Reihen der 96er gab es an diesem Spieltag einen Gewinner. Denn der Babo-Award der Woche“ geht zwei­fels­ohne an Manuel Schmie­de­bach. Mit der Frisur eines früh­reifen Alt­hip­pies gesegnet, wirkt der Mit­tel­feld­spieler auf den ersten Blick zwar nicht wie einer, der sich einem guten Gesprächs­kreis wider­setzen würde. Doch genau das tat Schmie­de­bach im Anschluss an das Spiel in Lever­kusen. Er ver­ließ das spon­tane Mit­tel­kreis-Sit-In seiner Team­kol­legen, weil er nach der 0:4‑Klatsche von demons­tra­tiver Sym­bolik unge­fähr soviel hielt wie Martin Kind von der Rechen­auf­gabe 50 – 1. Den Boss­move, am Sonntag auch noch ver­spätet zum Trai­ning zu erscheinen, hätte es da fast nicht mehr gebraucht.

Die Sonne über Berlin
51.203 Zuschauer kamen am Samstag ins Ber­liner Olym­pia­sta­dion. Und das, obwohl sie wussten, dass der 1. FC Köln zu Gast sein würde. Die hatten bis dato schließ­lich schon sieben 0:0 in die Saison gewürgt und auch beim Gast­spiel in Berlin zunächst nichts anderes vor, als kein Gegentor zu kas­sieren. Und weil unter Pal Dardai auch die Hertha vor allem und zual­ler­erst auf die Defen­sive Acht gibt, endete das Spiel wie es begann — torlos. Dardai wie­derum bot hin­terher eine inter­es­sante Erklä­rung für ein Spek­t­aktel mit dem Unter­hal­tungs­wert einer Magen­spie­ge­lung: die Sonne. Die näm­lich hätte seiner Mann­schaft schwer zuge­setzt. Ange­sichts der wogenden Begeis­te­rung, die trotz der spie­le­ri­schen Armut durch die Ränge schwappte, klingt das plau­sibel. Oder an Chem­trails ist doch mehr dran, als wir dachten.