Manche Spieler können jah­re­lang von der Bild­fläche ver­schwinden. Doch wenn der Name dann, in einem Gespräch, einem Artikel oder einer Schlag­zeile plötz­lich wieder auf­taucht, ist die Erin­ne­rung direkt wieder da. Papa Bouba Diop einer dieser Spieler. Und die Schlag­zeile am ver­gan­genen Sonntag lau­tete: Der sene­ga­le­si­sche Mit­tel­feld­spieler ist im Alter von nur 42 Jahren an der Ner­ven­krank­heit ALS ver­storben.

Unter anderem Lens, Fulham, Ports­mouth und West Ham lau­teten die Sta­tionen in Diops Ver­eins­kar­riere – die eine erfolg­reiche war, aber keine der ganz Großen. Nein, Papa Bouba Diop war nie­mand, von dessen Fähig­keiten man noch Jahre später schwärmte. Und doch war er es, der mit seinem Tor im Eröff­nungs­spiel der WM 2002 die Fas­zi­na­tion vor allem vieler junger Men­schen für den Sport mit­prägte.

Ein Fuß­ball-Spek­takel zur Mit­tags­zeit

Die Welt­meis­ter­schaft in Japan und Süd­korea war für Fuß­ball­fans, die heute in ihren 20er-Jahren sind, das erste große Tur­nier, das sie kom­plett mit­ver­folgen konnten. Unter anderem auch des­halb, weil die Spiele auf­grund der Zeit­ver­schie­bung zu sehr prak­ti­schen Uhr­zeiten statt­fanden. Mit­tags nach der Schule lief im Fern­seher direkt Fuß­ball aus dem fernen Osten, die Dis­kus­sionen mit den Eltern, ob man noch vor der ent­schei­denden Ver­län­ge­rung wirk­lich schon schlafen gehen müsse, fielen dieses Mal aus. Abseits des Fuß­balls sah man modernste Sta­dien in Städten, von denen in Europa noch kaum einer etwas gehört hatte, Mas­kott­chen, von denen nie­mand genau wusste, was sie eigent­lich dar­stellen sollen und eine Bericht­erstat­tung, die noch weit­ge­hend unbe­rührt von den Ein­flüssen digi­taler Medien war – auf den Schul­höfen wurden die Spiele, die am Vor­mittag gespielt wurden, über mit­ge­brachte Radios ver­folgt. Viel­leicht auch des­halb wirkt die WM 2002 im Nach­hinein ein kleines biss­chen spek­ta­ku­lärer als all die Welt­meis­ter­schaften, die danach kamen.

Viel­leicht liegt das aber auch an Spielen wie der Eröff­nungs­partie zwi­schen Frank­reich und Senegal. Es war ein Frei­tag­mittag (nach deut­scher Zeit), als die Fran­zosen als amtie­render Welt- und Euro­pa­meister ins Tur­nier star­teten. Mit Bar­thez, Thuram, Vieira oder Henry – einer Mann­schaft eben, die in den ver­gan­genen Jahren das Non­plus­ultra auf inter­na­tio­naler Ebene gewesen war. Aber schon damals fiel das auf, was später auch allen wei­teren Welt­meis­tern zum Ver­hängnis werden sollte: Frank­reich ver­traute auf die Schlüs­sel­spieler der WM und EM, die zum Groß­teil schon die 30 über­schritten hatten – Henry und Tre­ze­guet, beide schon bei der WM 1998 im Kader, gehörten noch zu den jüngsten Spie­lern des Auf­ge­bots. Und dass sich aus­ge­rechnet Zine­dine Zidane vor dem Tur­nier ver­letzte, hätte ein letztes Warn­si­gnal für Les Bleus“ sein müssen, die ersten Spiele nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.