Wenn der Gha­naer Thomas Partey am Mon­tag­abend die Reak­tionen auf die Ver­kün­di­gung seines Trans­fers zum FC Arsenal im Netz gelesen hat, wird er beim Durch­forsten der Kom­men­tare viel­leicht ein biss­chen ver­wun­dert gewesen sein. In allen sozialen Medien hatten die Gun­ners die Ver­pflich­tung des 50 Mil­lionen Euro teuren Mit­tel­feld­spie­lers von Atlé­tico Madrid so über­schwäng­lich ver­kündet, wie es bei Trans­fers heut­zu­tage eben üblich ist.

Doch neben denen, die die Ver­pflich­tung fei­erten, tauchte auch immer wieder ein grüner Dino­sau­rier in den Kom­men­tar­spalten auf, gekleidet in einem Arsenal-Trikot, mit einem Gun­ners-Hals­band und einem roten Käppi auf dem Kopf. Gunner­saurus“ heißt das prä­his­to­ri­sche Stoff­tier, das 1993, als der Film Jurassic Park auf der Welt einen kleinen Dino-Hype aus­ge­löst hatte, in einem Kinder-Wett­be­werb zum Mas­kott­chen des FC Arsenal aus­er­koren wurde. 

Auch der Gunner­saurus gewann Titel

Seitdem war der Sau­rier ver­läss­lich als Mas­kott­chen bei den Spielen von Arsenal mit dabei. Drei Meis­ter­schaften fei­erten die Gun­ners mit ihm, und Gunner­saurus selbst gewann 2019 eine aus­ge­ru­fene Welt­meis­ter­schaft für Fuß­ball-Mas­kott­chen. Auch viele Spieler schlossen den schrul­ligen Dino­sau­rier ins Herz, schließ­lich steckte unter dem Kostüm mit dem lei­den­schaft­li­chen Arsenal-Fan Jerry Quy von Anfang an die selbe Person. Bis zum Montag, an dem nicht nur Thomas Partey an die Themse wech­selte, son­dern auch der Arsenal-Dino laut ein­stim­migen Medi­en­be­richten seine Ent­las­sungs­pa­piere erhielt.

Mas­kott­chen gehören im Fuß­ball mitt­ler­weile zum Alltag dazu, in Deutsch­land haben mit Hennes und Attila beson­ders die leben­digen Ver­treter ihrer Zunft Kult­status erreicht. Stoff-Mas­kott­chen aber fanden erst ab den 90er Jahren so langsam den Weg in die Sta­dien. Von vielen aktiven Fans in Deutsch­land werden sie eher kri­tisch beäugt, schließ­lich sind sie ähn­lich wie Klatsch­pappen vor allem Mar­ke­ting-Instru­mente des Ver­eins, die die Stim­mung im Sta­dion künst­lich ankur­beln sollen. In Nord-London legte aber die ver­meint­liche Abschaf­fung eines genau sol­chen Mas­kott­chens die Dop­pel­moral im der­zei­tigen Fuß­ball­ge­schäft offen.