Der designierte DFB-Präsident stellt sich vor

Der Konsens-Kandidat

Am Rande der DFL-Generalversammlung erhält Fritz Keller viel Zuspruch von Amateur- wie Profivertretern. Dabei stellt der deutsche Fußball wichtige Weichen für die Zukunft. 

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Fritz Keller war am Mittwoch in zwei verschiedenen Welten unterwegs. Trotzdem musste er keine weiten Wege gehen. Nur ein paar hundert Meter und der Landwehrkanal lagen zwischen den beiden Berliner Hotels, in denen sich der 62-Jährige erstmals erklärte, seitdem er vor einer Woche vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Kandidat für den Posten des Präsidenten präsentiert worden war. Zunächst sprach er nun zu den Delegierten der Regional- und Landesverbände des DFB, anschließend zu den Vertretern der 36 Erst- und Zweitligavereine, die in Berlin zur Generalversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zusammengekommen waren. Hier die Amateure, da die Profis - das sind die beiden Pole, zwischen denen sich Keller künftig als DFB-Präsident bewegt.

Gemeinsam geht's

In Keller glaubt der DFB den idealen Kandidaten für dieses Spannungsfeld gefunden zu haben. Als Präsident des Bundesligisten SC Freiburg kommt er aus der Welt des Profifußballs, die Probleme der Basis sind ihm trotzdem nicht fremd. »Dieses Amt stand nicht in meiner Lebensplanung«, sagte Keller. Deshalb sei die Anfrage des DFB für ihn »zunächst mal ein kleiner Schock« gewesen, berichtete er. »Aber wenn alle glauben, dass ich was verbessern kann, mache ich das gerne.«

Nur gemeinsam geht's - unter diesem Motto soll Kellers Präsidentschaft stehen. Am Mittwoch ist er offiziell als Kandidat für das Amt des DFB-Präsidenten nominiert worden. Von den Delegierten der Regional- und Landesverbände erhielt er 37 der 38 Stimmen; die DFL votierte bei ihrer Generalversammlung sogar einstimmig für Fritz Keller. Geschäftsführer Christian Seifert nannte dies »ein sehr eindeutiges Signal des Profifußballs«.

Bisher der einzige Kandidat

Bisher ist Keller der einzige Kandidat für die Wahl beim DFB-Bundestag am 27. September in Frankfurt am Main. Theoretisch haben die Regional- und Landesverbände sowie die DFL noch bis zum 28. August Zeit, einen Gegenkandidaten zu nominieren. Doch damit ist nicht zu rechnen. »Fritz Keller ist mit weitem Abstand der am besten geeignete Kandidat«, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Er sei allseits respektiert, kenne den Fußball und verfüge über unternehmerische Qualitäten. Keller war nicht nur der Kandidat, auf den sich die sechsköpfige Findungskommission von DFB und DFL einvernehmlich verständigt hat; er war auch der einzige, der überhaupt kontaktiert wurde. Reinhard Rauball, der bisherige DFL-Präsident, nannte Keller »fachlich und charakterlich überzeugend«. Der Präsidentschaftskandidat sei »ein unabhängiger Unternehmergeist«, der »einen ganz klaren Wertekanon« habe und sich durch »große Bodenständigkeit« auszeichne.