Seite 2: „Glaub mir, ich werde sie beenden“

Als Neu­ling ist Regens­burg ver­gan­gene Saison für viele Absteiger Nummer Eins. Doch nach einer mäßigen Hin­runde spielen die Rot­hosen eine Wahn­sinns-Rück­serie und beenden die Saison 2016/17 auf dem dritten Platz. Danach über­schlagen sich die Ereig­nisse: Erst die Rele­ga­tion gegen 1860 Mün­chen, dann der große Jubel, und auf einmal ist im Bun­des­li­ga­trai­ner­ka­rus­sell auch Platz für den Erfolgs­trainer Heiko Herr­lich. Sein alter Verein Bayer Lever­kusen ver­pflichtet ihn Anfang Juni. Bald klin­gelte auch mein Handy wieder“, sagt Schneck. Heiko fragte, ob ich ihn begleiten möchte.

Schneck denkt: Die Bachelor-Arbeit kann weiter warten, denn das muss einer von diesen Once-in-a-Life­time-Momenten sein. Also packt er seinen Koffer und folgt seinem Chef ins Rhein­land. Wenn man ihn fragt, was Herr­lich an ihm schätze, ant­wortet er wie einer, der direkt aus dem Medi­en­trai­ning kommt. Er sagt: Herr­lich setzt auf junge Leute.“ Oder: Ich spreche die Sprache der Spieler.“ Aber in seinem Fall ist da wirk­lich viel Wahres dran.

Schneck ist 29, jünger als einige Spieler in der Mann­schaft. Bis vor kurzem hat er selbst noch gespielt, für den SC Pful­len­dorf und den SV Röding­hausen in der Regio­nal­liga. Auch ein Dritt­li­ga­spiel mit Arminia Bie­le­feld steht in seiner Vita. Das Angebot eines est­län­di­schen Erst­li­gisten lehnte er 2011 wegen seines bald begin­nenden Stu­diums ab. Lever­ku­sens Julian Baum­gart­linger ist von den Fähig­keiten seines Cos beein­druckt: Man merkt, dass er hoch gespielt hat.“ 

Glaub mir, ich werde sie beenden“

Juli 2017, Sport­park Nord. Bayer bestreitet zur Vor­be­rei­tung ein Test­spiel beim Viert­li­gisten Bonner SC. Im Duell, das 2:2 endet, feuert Schneck im breiten Schwä­bisch seine Mann­schaft an, Höchschde Kon­zen­dra­zion. In der Halb­zeit­pause spielt er mit Admir Meh­medi Dia­go­nal­bälle – natür­lich in kurzer Hose und Trai­nings­shirt. Nach dem Schluss­pfiff schreibt er Auto­gramme und posiert für Sel­fies. Einigen Fans muss er sich noch vor­stellen, aber das sei kein Pro­blem.

Ein paar Tage später, Uni-Cafe­teria Bie­le­feld. Schneck trägt Chino-Hose und weiße Sneaker, nie­mand würde ihn hier auf dem Campus für einen Bun­des­li­ga­trainer halten. Also doch wieder Bachelor-Arbeit? Nein, nein, sagt Schneck. Er ist hier, um ein paar Kom­mi­li­tonen zu treffen. Dann beißt er in ein Stück veganes Bana­nen­brot und sagt: Aber glaub mir, ich werde sie auf jeden Fall beenden.“