Maxi­mi­lian Beister
In man­chen Situa­tionen braucht es Männer, die sagen, wo es lang geht. Männer wie Maxi­mi­lian Beister. Auf die Frage, ob die Europa League noch drin sei, ant­wor­tete der Ham­burger: Die Qua­lität haben wir.“ Wir ver­weisen an dieser Stelle aus­drück­lich nicht auf die letzten beiden HSV-Spiele, son­dern erfreuen uns daran, dass Men­schen heute noch so positiv durchs Leben hüpfen.

Jan-Ingwer Callsen-Bra­cker
Was für eine Auf­hol­jagd: Von den letzten zehn Spielen hat der FC Augs­burg nur zwei ver­loren (gegen Lever­kusen und Bayern). Mitt­ler­weile ist sogar der ret­tende 15. Platz am Hori­zont zu erkennen. Stell­ver­tre­tend für die Mann­schaft und den Aus­wärts­sieg in Bremen schafft es heute Jan-Ingwer Callsen-Bra­cker in die Mann­schaft. Warum? Weil wir gerne eine Band gründen würden, die Callsen-Bra­cker heißt und feinsten Indus­trial Metal im Früh-Acht­ziger-Look spielt. Wenn wir nur die Instru­mente beherr­schen würden.
 
Julian Draxler
Manchmal kommt er wieder. Julian Draxler hat immer noch seine Phasen, wo nicht son­der­lich viel zusam­men­läuft. Wer will es ihm ver­denken, der Junge ist gerade mal 19 Jahre alt, spielt aber bereits seine dritte Bun­des­li­ga­saison. Wie auch immer: Am Samstag trumpfte er groß auf in Wolfs­burg. Sein Tor zum 2:1: Feinste Drax­ler­ware. Hans Sarpei twit­terte danach: Da sieht man mal, was der Draxler alles bei mir gelernt hat.“ Wir wollten ant­worten: Ja, die Aus­wechs­lung in der 89. Minute sah gekonnt aus.“, fanden aber die Tas­tatur nicht.

Stefan Kieß­ling
Trifft und trifft und trifft. Sogar in Spielen, in denen der Gegner mit Maus und Mann am eigenen Straf­raum“ (Kieß­ling) steht. Dieses Mal schoss Kieß­ling per Elf­meter das 1:1, nachdem er Stutt­garts Moli­naro an die Hand geschossen hatte. Außerdem berei­tete er den zweiten Treffer von Lars Bender vor. Macht beim 2:1 gegen den VfB Stutt­gart: zwei Vor­lagen und einen Treffer. Mehr geht kaum. Wenn Joa­chim Löw jetzt nicht anruft, dann könnte man langsam den Ein­druck bekommen, dass in der Ver­gan­gen­heit irgendwas zwi­schen den beiden pas­siert sein muss. Hat Kieß­ling Löw einst sein Lieb­lings­kissen geklaut?

Vedad Ibi­sevic
In den ver­gan­genen Wochen hatte eine Zei­tung bereits die große und bei Spie­lern außer­or­dent­lich beliebte Seit“-Statistik auf­ge­macht. Ibi­sevic hatte näm­lich zuletzt im Dezember 2012 getroffen. Selt­sa­mer­weise machte diese eine Zei­tung kurz vor dem Spiel mit dem Titel Kieß­ling gegen Ibi­sevic: Wer gewinnt das Knipser-Duell?“ auf. Immerhin: Ibi­sevic kam zurück, er traf per Elf­meter gegen Lever­kusen in der zwölften. Gebracht hat der Treffer nichts. Uns beschleicht außerdem die Sorge, dass die nächste Krise naht. Seit 78 Minuten ist er ohne Tor­er­folg.

Fredi Bobic
Fredi Bobic hat nach dem Spiel in Lever­kusen diesen Satz gesagt: Alle haben einen geilen Job gemacht. Es tut echt weh.“ Wir wissen nicht, wie die Frage gelautet hat, ver­muten aber so: Wie fühlt sich das an: 90 Minuten Hard­core?“

Armin Veh
Manchmal wird Armin Veh als etwas eigen­willig und grum­melig dar­ge­stellt. Dabei sagt er oft­mals herr­liche Sachen. Sätze, die man so ähn­lich etliche Male auf Fami­li­en­weih­nachts­feiern gehört hat. Die Sätze beginnen mit Junge, …“ oder Damals…“ oder Deine Mutter und ich…“. dann lehnt man sich zurück und setzt ein inter­es­siertes Gesicht auf, wäh­rend in Gedanken noch einmal die letzte Bay­watch-Folge abläuft. Wie auch immer: Nachdem Veh am Freitag in der 90. Minute von Schieds­richter Deniz Aytekin auf die Tri­büne ver­bannt worden war, sagte er: Ach, da bin ich gar nicht mehr hin­ge­kommen. Das schaffe ich in meinem Alter nicht mehr.“ Dann ging er davon, setzte sich in seinen Ohren­sessel, stopfte die Pfeife und löste das Kreuz­wort­rätsel in der Hörzu“. Viel­leicht.

Robert Lewan­dowski
Han­no­vers Manager Jörg Schmadtke war nicht erfreut dar­über, dass Robert Lewan­dow­skis Strafe von zwei auf drei Spiele ver­kürzt worden war. Das zeigt das Ungleich­ge­wicht, dass zwei oder drei Klubs ein Urteil, das bestä­tigt worden ist, angehen können“, sagte er vor dem Spiel. Da konnten die 96er immerhin noch hoffen, dass der Stürmer nach zwei Wochen Pause und einem schlechten Pokal­spiel gegen die Bayern ein wenig außer Form ist. Doch Pus­te­ku­chen: Nach 21 Minuten stand es durch zwei Lewan­dowski-Tore bereits 2:0, und dabei spielte der Pole dieses Mal nicht im Sturm­zen­trum, son­dern als hän­gende Spitze. Wir haben Jörg Schmadtkes Gesicht bei den Toren nicht gesehen. Ver­mut­lich: zum Glück.

Heu­relho Gomes
Ein groß­ar­tiger Auf­stieg bei einem groß­ar­tigen Abstieg: Heu­relho Gomes stieß vor wenigen Wochen zur TSG, weil der Verein sich über­legt hatte, Tim Wiese vor den Medien und Fans zu schützen“. Gomes war nach etwa drei Minuten neuer Publi­kums­lieb­ling und nach dem ersten gelun­genen Ein­satz gefei­erter Mann in der Presse. Nun, im fünften Spiel, durfte er erst­mals die Kapi­täns­binde tragen. Kurzum dürfen wir diesen Wer­be­slogan für zukünf­tige Trans­fers anbieten: Die TSG, der nette Fami­li­en­verein von nebenban. Erleben Sie das idyl­li­sche Kraichgau, freund­liche Kühe, gut gelaunte Bäcker, fröh­liche Insekten. Jetzt auf­steigen, wäh­rend wir absteigen!“

Mehmet Kara
Mehmet wer? Keine Sorge, Kara kennen nur echte Nerds. Denn der Deutsch-Türke ver­steckt sich der­zeit in der dritten Liga und ent­schied am Samstag mit einem Sah­ne­auf­tritt das Derby zwi­schen Preußen Münster und dem VfL Osna­brück im Allein­gang. Müns­ters Drib­bel­ra­kete spielte in den ersten 30 Minuten den Dritt­liga-Tabel­len­führer der­maßen schwindlig, dass VfL-Trainer Pelé Wol­litz am liebsten direkt nach Hause gefahren wäre. Kara traf drei Mal (End­stand: 3:1) und ver­setzte die Fahr­rad­stadt in ein kol­lek­tives Früh­lings­ge­fühl. Wenn er so weiter macht, sehen wir Kara bald höher­klas­siger spielen. Ob Preußen Münster den Weg mit­gehen kann, sei mal dahin­ge­stellt.

Kevin Groß­kreutz
Böse Zungen behaupten, Kevin Groß­kreutz sei vor allem des­wegen ein Bun­des­liga-Profi, weil er nicht allzu viel nach­denke. Noch bösere Zungen behaupten, Groß­kreutz komme nicht über das Talent, son­dern über den Willen. Und so wun­derten sich viele, dass Jürgen Klopp sein Süd­tri­bü­nen­kind am Samstag plötz­lich auf einer, ihm eigent­lich fremden Posi­tion auf­stellte. Doch als rechter Ver­tei­diger lie­ferte Groß­kreutz eine der spiel­in­tel­li­gen­tensten Leis­tungen der gesamten Saison ab, berei­tete zwei Tore vor und kann fortan sein Job­profil um eine Beschrei­bung erwei­tern. Glück­wunsch!