Lothar Mat­thäus, bester Mann. Sieht super aus, nicht nur für sein Alter. Ist der ein­zige Welt­fuß­baller, den Deutsch­land je her­vor­ge­bracht hat. Ist Rekord­na­tio­nal­spieler des DFB und hat sowohl die deut­sche („Ja, der Rücken ist die Achil­les­ferse des Kör­pers.“) als auch die eng­li­sche („I hope, we have a little bit lucky.“) Sprache ent­schei­dend nach vorne gebracht. Und jetzt? Macht er auch noch: Pod­cast. Super? Mmh …

Herz der Mann­schaft“ heißt das Format, wird prä­sen­tiert von Sky Sport“ und co-mode­riert von Pod­caster und Fuß­ball-Lieb­haber Dominik Hoff­mann“, wie es in den Show­notes heißt.

Dass man den beiden wäh­rend der bisher erschie­nenen zwei, jeweils rund 40 Minuten dau­ernden Folgen von Anfang an nicht so wahn­sinnig gern zuhört, liegt dann aller­dings zunächst weniger am Per­sonal als an der Sound-Qua­lität. Es rauscht und wabert doch ganz erheb­lich, was daran liegt, dass Hoff­mann und Mat­thäus nicht zusammen in einem Studio sitzen, son­dern fern­münd­lich und via Inter­net­ver­bin­dung mit­ein­ander spre­chen. Ein logis­ti­sches Pro­blem und ver­ständ­lich: Ein Lothar Mat­thäus ist schließ­lich ein Glo­be­trotter, viel beschäf­tigt und einer, der neunzig Minuten mit voller Kon­zen­tra­tion an das nächste Spiel denkt.“ Von einer Marke wie Sky Sport“ aller­dings sollte unschwer mehr zu erwarten sein, zumal es längst kein Hexen­werk ist, auch auf Distanz ver­nünf­tige Audio­qua­lität zu gewähr­leisten. So klingen die Gespräche mit den Titeln »Lothars Drei­er­pack« und »Mara­dona war wich­tiger als Neymar« leider wie Live­schalten im Stu­den­ten­radio. Und ja, letzt­lich ist es der Inhalt, der zählt, aber wenn man schon mal Lothar Mat­thäus hat und doch eigent­lich auch die Mittel, warum dann nicht nach dem Besten streben? Oder, wie in diesem Fall, zumin­dest nach dem Durch­schnitt.

Allzu viel allzu vage

Zumal, zweites Pro­blem, der Inhalt allzu oft genau das ist: Durch­schnitts­ware. Das mag daran liegen, dass sich Hoff­mann und Mat­thäus erst noch finden müssen, ebenso wie das Format an sich. Immerhin ist die zweite Folge schon sehr viel gelun­gener als die Pre­miere, aber auch dann noch ver­läm­mert »Herz der Mann­schaft« immer wieder an diesem einen Pro­blem, das auch schon den Pod­cast der Hum­mels-Brüder plagte: Es bleibt allzu viel allzu vage. Du warst doch dabei, in Deinem Leben“, will man Mat­thäus zurufen, wenn er vom red­lich bemühten Stich­wort­geber Hoff­mann mal wieder auf die eigene Kar­riere ange­spro­chen wird und sich schneller in Flos­keln redet, als er zu Glanz­zeiten in ver­bale Fett­näpf­chen getreten ist.

Dann fallen Sätze wie Es ist schon wichtig, dass Du als Spieler auch das Ver­trauen von Trai­nern bekommst“. Oder: Den Köl­nern ist jetzt einiges zuzu­trauen, das ist natür­lich auch für das Selbst­be­wusst­sein gut.“ Die Bun­des­liga ist für Über­ra­schungen gut.“ Das Spiel muss erst gespielt werden.“ Erst mal die Haus­auf­gaben machen und danach feiern.“ Aha.