Gut sah er da aus, etwas schmal im Gesicht, aber kern­ge­sund. Für Schmelzer ein echter Fort­schritt und ein prä­gendes Merkmal seitdem Thomas Tuchel das Trai­ner­ruder über­nommen hatte.

Bir­cher-Müsli und Wasser

Klar, die Gesichts­form von Marcel Schmelzer war in den ersten Tagen der Bun­des­li­ga­saison 2015/16 in aller Munde. Sah der Links­ver­tei­diger doch aus, als habe er die letzten Monate zusammen mit seinem – eben­falls aus­ge­dünnten – Trainer Tuchel im Sab­ba­tical ver­bracht. Irgendwo in den Bergen, wo das Essen noch gejagt werden will. Dabei würde es in Dort­mund kuli­na­risch wei­terhin alles geben, erklärte Schmelzer: Bir­cher-Müsli, Rind­fleisch, Reis und Gemüse. Nur auf weißes Mehl und Zucker ver­zichte er. Und nur noch Wasser – Soja­milch sei eh nicht so sein Fall.

Aber schieben wir das Essen bei­seite, denn sein Kör­per­ge­wicht ist nicht ent­schei­dend, son­dern wohl nur Mittel zum Zweck. Unter Tuchel spielt Schmelzer einen offen­si­veren Part als noch unter Klopp. Das steht ihm. Gegen Glad­bach und Ingol­stadt, in den ersten beiden Spielen der neuen Saison als der BVB sowieso einen Wahn­sinns­fuß­ball spielte, rannte und ackerte Schmelzer die Linie rauf und runter. Setzte auch offen­sive Akzente.

Im West­fa­len­sta­dion wun­derten sie sich. Das hatten sie auf der linken Außen­bahn schon lange nicht mehr gesehen.

Ein durch­schnitt­li­cher D‑Jugendspieler

Dabei war der Mag­de­burger in seiner Jugend­zeit haupt­säch­lich als Außen­stürmer auf­ge­treten. Spielte dabei so stark, dass sich sein ehe­ma­liger Trainer zum Lob über­wand: Marcel war wie alle Jungs ein durch­schnitt­li­cher D‑Jugend Spieler. Was ihn aus­zeich­nete, war seine große Por­tion Ehr­geiz.“

Immerhin das reichte für eine pas­sable Lauf­zeit beim 1. FC Mag­de­burg, ehe er über die Jugend- und Reser­ve­mann­schaften des BVB in die Bun­des­liga kam. Im ersten Bun­des­li­ga­spiel von Jürgen Klopp wurde er 2008 für Dedé ein­ge­wech­selt und spielte fortan auf der linken Seite. Wie viele Num­mern könnten schwarz-gelbe Fuß­stapfen eigent­lich zu groß sein?