Seite 3: Wie er Paderborn in die Bundesliga brachte

Antwi-Adjei ist selbst­be­wusst, aber auch sehr höf­lich. In der Mann­schaft ist er bei allen beliebt. Er könnte so auf richtig dicke Hose machen, aber er will es nicht gleich über­treiben. Kann ich nicht ver­stehen, die Leute, die ihr Geld auf den Kopf hauen.“ Aber der erste Kon­to­auszug nach dem Pro­fi­ver­trag? Das war schon ein richtig schönes Gefühl.“ Er sagt, er sei inter­es­siert an Mode. Auf Insta­gram prä­sen­tiert er Fotos, die zwei Jahre alt sind. Desi­gner Outlet Roer­mond, Diesel-Tüte in der Hand. Wie bei einem sehr kleinen Lotto-Gewinn. Mitt­ler­weile hat sich das ein biss­chen gewan­delt. Jetzt trägt er Marken, die nicht jeder kennt, wie er sagt. Sozialer Auf­stieg eben, ein biss­chen Gön­nung muss schon sein.

Bun­des­liga statt Abstiegs­kampf

Sein alter Trainer in Sprock­hövel, Andrius Balaika, hat einmal gesagt, Jimmy fliege über den Platz. So schnell, so locker mit dem Ball. Er habe ihm schon früh vor­aus­ge­sagt, dass er für mehr bestimmt sei. Sein jet­ziger Trainer, Steffen Baum­gart, hat gesagt: Es geht darum, die Jungs ans Laufen zu bringen.“ Und Laufen, das kann Antwi-Adjei. So wie am vor­letzten Spieltag gegen den Ham­burger SV. Bei einem Sieg ist Pader­born zumin­dest die Rele­ga­tion nicht mehr zu nehmen. Es steht 2:1, und der HSV drückt mit dem Mut der Ver­zwei­felten. Dann bekommt Antwi-Adjei den Ball auf der linken Seite. Ein biss­chen so wie damals im West­fa­len­pokal. Mit einem Unter­schied. Er zieht nach innen, und diesmal kann er sich den Ball auf den rechten Fuß legen. Tor zum 3:1. Und gleich noch mal. Mit einer Kopie des ersten Tref­fers erzielt Antwi-Adjei auch das 4:1. Die Fans rufen das lang­ge­zo­gene Jiiiim­my­yyyy“. Eine Woche später wird Pader­born Bun­des­li­gist. 

Jetzt also gegen Schalke, Dort­mund oder gegen die Bayern. Ein biss­chen so wie früher, als er und sein Bruder die Mann­schaften mit den großen Namen ärgerten. Sein Bruder spielt übri­gens heute in – Sprock­hövel. Warum hat es Chris­tian, anders als Christopher/​Jimmy, nicht nach ganz oben geschafft? Viele Ver­let­zungen. Kreuz­band­riss, Mit­tel­fuß­bruch. Er freut sich sehr für mich“, sagt Antwi-Adjei über seinen Bruder. Dann über­legt er: Es gehört halt auch viel Glück dazu.“ Wer wüsste das besser, als ein Stürmer, der sich eigent­lich für den Abstiegs­kampf schonen wollte?