Maik Wei­chert, wie wurde Ihre Band Tri­kot­sponsor von Jena?
Loses Palaver dar­über gab es schon seit einem Jahr. Ich habe auf dem Wacken und bei einem Inter­view mit dem ZDF mein Jena-Trikot getragen. Ich kenne den Carl-Zeiss-Pres­se­spre­cher sehr gut, und er hat mich dann gefragt, ob wir nicht mal Tri­kot­sponsor werden wollen. Eine buch­stäb­liche Schnaps­idee.

Was hat denn der Vor­stand zu dieser Idee gesagt?
Der war zuletzt eher mit sich selbst beschäf­tigt. Wir haben auch eher mit der Geschäfts­füh­rung gespro­chen. Wichtig war auch die Solar­firma, die bisher Haupt­sponsor war. Der Alte, dem die Firma gehört, war so cool zu sagen: Wenn es neue Kohle für den Klub gibt, machen wir die Brust frei.“

Saßen Sie in Metal-Kutte am Ver­hand­lungs­tisch?
Nein, ich hatte aber ein Bands­hirt an. Die Ver­eins­of­fi­zi­ellen haben relativ schnell gemerkt, dass wir keine Inves­toren sind, son­dern Fans des Ver­eins. Wir haben auch zu Beginn zwei Klau­seln aus dem Ver­trag strei­chen lassen.

Welche?
Da stand etwas von Frei­karten, aber das brau­chen wir nicht, wir haben sowieso unsere Dau­er­karten. Und die Hos­pi­ta­lity- und VIP-Logen sind auch nichts für uns. Wir wollen dem Klub helfen – was nützt es da, wenn wir ihm für 200 Euro das Buffet leer­fressen?

Sind alle Band­mit­glieder Jena-Fans?
Der Sänger, Gitar­rist und ich. Der Drummer ist auch fuß­ball­ver­rückt, aber sein Herz schlägt nicht für Jena, son­dern für Rot-Weiß Ober­hausen.

Wie finan­ziert die Band das Spon­so­ring?
Wir haben im letzten Jahr eine Rie­sen­tour gemacht. Aus der Band­kasse ste­cken wir jetzt einen Betrag in unsere große Lei­den­schaft – und zum Ver­ju­beln bleibt auch noch genug übrig.

Für die Band lohnt es sich auch.
Klar, jetzt sagt jeder, das sei gute Publi­city. Doch darum ging es nicht, es hätte sich auch kein Schwein dafür inter­es­sieren können. Unsere Band hat das ganze Vollprofi-Rock’n’-Roll-Mackertum sowieso nicht drauf. Unser Sänger arbeitet nebenbei weiter als Kran­ken­schwester, ich bin Jurist.