Seite 2: Ist dies das Ende des Fußballs?

Als das Gespräch beendet ist, drängt sich plötz­lich ein Gedanke nach vorn: Warum zum Geier hat der Mann ange­rufen? Wegen eines Fuß­ball­spiels ohne Bedeu­tung? Ich stürme zum Fern­seher und sehe, dass das Spiel abge­sagt ist. Statt­dessen wieder stam­melnde Kor­re­spon­denten und ein fins­teres Innen­mi­nister-Büro­kra­ten­ge­sicht, das auf die Frage nach dem Grund den heute schon legen­dären Satz sagt: Ein Teil dieser Ant­worten würde die Bevöl­ke­rung ver­un­si­chern.“ Cha­peau, das muss man so erst mal hin­kriegen.

Am Wochen­ende darauf sind der Kol­lege Philipp Köster und ich mit der 11FREUNDE-Lese­reise unter­wegs. Zwi­schen­durch sitzen wir in einem Kölner Hör­funk­studio und ver­su­chen zu erklären, was wir nicht erklären können. Ist dies das Ende des Fuß­balls, wie wir ihn kennen? Am Abend vor dem Auf­tritt schaue ich zum aller­ersten Mal, wo in der Back­stage der Not­aus­gang ist – und schäme mich kurz darauf für diese Albern­heit gegen­über Leuten, die wirk­lich gefähr­lich leben, in Aleppo, Bagdad oder wo auch immer.

Epilog: Das alles ist erst einen Monat her und riecht doch schon fast nach Ver­gan­gen­heit. Die meisten von uns gehen wieder zum Fuß­ball, ohne sich etwas dabei zu denken – und das ist auch gut so. Im Moment laufen eine Menge Leute rum, deren Geschäfts­mo­dell die Ver­brei­tung von Angst ist. Aber man muss schließ­lich nicht jeden Schuh anziehen, der einem hin­ge­stellt wird. In diesem Sinne: Ist dies das Ende des Fuß­balls, wie wir ihn kennen? Nicht die Bohne! Schönes Neues.