1.
Die Bun­des­liga hat den HSV, die Pri­mera Divi­sión hat Real Madrid, den FC Bar­ce­lona – und Ath­letic Bilbao. Seit 1928 spielen Los Leones“ unun­ter­bro­chen in der höchsten spa­ni­schen Spiel­klasse. Dem deut­schen Fan dürfte der Verein als Nutz­nießer der 40-Mar­tínez-Mil­lionen vom FC Bayern und zwei­ma­lige Trai­ner­sta­tion des Don Jupp“ bekannt sein. Die Rot-Weißen, die aus­schließ­lich auf bas­ki­sche Spieler und eigenen Nach­wuchs setzen, bestreiten ihre Heim­spiele im San Mamés“ – ehr­füchtig Kathe­drale des Fuß­balls“ genannt.

2.
Schuster träumt von Enga­ge­ment in Deutsch­land“, ent­nahmen wir im Juli der Tages­presse. Naja – getreu der Maß­gabe ob Mön­chen­glad­bach oder Malaga, Haupt­sache Deutsch­land“ band sich Bernd Schuster für fünf Jahre an den FC Malaga, gut bekannt aus DER eksta­ti­schen Nach­spiel­zeit im West­fa­len­sta­dion.

3.
Celta de Vigos tex­tile Leis­tungen waren meist ange­nehmer zu ver­folgen als die sport­li­chen. Leider eva­lu­iert der spa­ni­sche Ver­band nicht nach ästhe­ti­schen Kom­po­nenten, die Gali­zier konnten den direkten Wie­der­ab­stieg ver­gan­gene Saison dank Rang 17 gerade so abwenden. Dabei soll das zweite Jahr nach einem Auf­stieg doch angeb­lich das schwerste sein. Die rühr­see­ligen Mostowoi‑, Karpin‑, Antic- und Stoitschkow-Jünger der Redak­tion drü­cken des­halb alle zwei ver­füg­baren Daumen!

4.
Das große Stüh­le­rü­cken im euro­päi­schen Fuß­ball machte auch vor den Schwer­ge­wichten Real und Barca nicht Halt. Wäh­rend in der Haupt­stadt künftig Signore Carlo Ance­lotti als zweiter Ita­liener nach Fabio Capello das Zepter schwingt, über­nimmt eine Unbe­kannte den kata­la­ni­schen Rivalen: Gerardo Mar­tino. Der ist wie­derum der vierte Argen­ti­nier auf Barcas Bank (nach Roque Olsen, Helenio Her­rera und dem großen César Luis Menotti), hat aber noch nie in Europa gear­beitet. Wir sind trotzdem der Mei­nung, dass das funk­tio­nieren kann.

5.
Im Jahr der Ein­füh­rung des Finan­cial Fair Play“ lieb­äu­gelt Real Madrid mit der 120 Mil­lionen Euro schweren Ver­pflich­tung von Gareth Bale. Das ent­spricht der zusätz­li­chen Wirt­schafts­leis­tung der Fashion Week für Ber­liner Unter­nehmen, der Liter-Menge des lan­des­weit kon­su­mierten Bieres am Super-Bowl-Tag oder auch der Anzahl ver­kaufter Springsteen-Alben in den USA.

6.
Auch der FC Valencia han­tiert mit Fan­tasie-Summen. Die Hafen­städter stehen laut Angaben einer spa­ni­schen Wirt­schafts­pü­fungs­ge­sell­schaft mit 276 Mil­lionen in der Kreide. Aber es geht auf­wärts: Seit 2008 wurde die Schul­den­masse um 66 Mil­lionen Euro geschmä­lert. Jetzt Nelson Valdez (drei Mil­lionen Euro teuer) ein­fach noch 92-mal an al-Jazira abgeben und zack – schul­den­frei!

7.
An die 60 Mil­lionen Euro soll Bran­chen­primus Bar­ce­lona bisher durch Ver­käufe von Ney­mars Shirt mit der Nummer 11 ein­ge­nommen haben. Damit wären die Unkosten für den Erwerb des bra­si­lia­ni­schen Beaus bereits gedeckt, die 15 Euro für einen Fri­seur­be­such sind jetzt auch noch drin. Bitte.

8.
UD Levante hatte einen Titel zu ver­lieren. Das Klas­se­ment der ältesten Teams führte Levante mit seinem glatten Schnitt von 28 Lenzen sou­verän an und erfreute sich des tat­kräf­tigen Zutuns der Bun­des­liga: Die steu­erte mit Sergio Pinto (32, ehe­mals Han­nover) und Andreas Ivan­schitz (29, ehe­mals Mainz) zwei betag­tere Akteure bei. Leider ver­geb­lich – der valen­cia­ni­sche Vor­ort­verein wurde von Auf­steiger FC Elche (28,6 Jahre im Schnitt) ent­thront.

9.
Das Campo de Fútbol de Vallecas“ in einem Vorort von Madrid behei­matet den Erst­li­gisten Rayo Valle­cano und 14.708 Sitze. Im kleinsten Sta­dion der Liga finden somit immerhin 700 Zuschauer mehr Platz als auf dem Man­der­scheider Bur­gen­fest oder dem Schot­ten­ring-Classic-Grand-Prix.

10.
Der FC Vil­lareal nahm seinen Spitz­namen Sub­ma­rino ama­rillo“ (gelbes U‑Boot) etwas zu Ernst und tauchte in der Saison 2011/12 als Anwärter auf euro­päi­sche Plätze in die Zweit­klas­sig­keit ab. Ein herber Schock für die Pro­vinz Cas­tellón, die ihren Helden 2005 noch im Halb­fi­nale der Cham­pions League zuge­ju­belt hatte. In der ver­gan­genen Saison gelang glück­li­cher­weise der sofor­tige Wie­der­auf­stieg. Mit an Bord: Das Gewehr“ Walter Pan­diani, der sich vor seiner Kar­riere als Stra­ßen­feger ver­dingte und dessen Sohn Nicolas in der A‑Jugend von Vil­lar­real spielt.

11.
Elf Jahre alt ist Joshua Pyna­dath, jüngste Ver­pflich­tung von Real Madrid. Ob der US-Ame­ri­kaner, der Bar­ce­lona einen Korb gab, für seine Unter­schrift mit einem Chemie-Bau­kasten oder einem kom­pletten Satz Yu-gi-oh-Karten besto­chen wurde, ist nicht über­lie­fert.