Es gibt kein 2:1 mehr. Kata­stro­phal für jeden Tip­penden, war es doch das Ergebnis schlechthin, wenn einem nichts Bes­seres ein­fiel. Drei der Tipp-Spiel­ver­derber hießen Kolkka, Meißner und Ailton. Was außerdem noch pas­sierte…

1. FC Köln – Ham­burger SV 0:1
TSV 1860 Mün­chen – FC Bayern 0:1
SC Frei­burg – Ein­tracht Frank­furt 1:0
FC Schalke 04 – Hansa Ros­tock 0:1
VfL Wolfs­burg – Mön­chen­glad­bach 1:3 (1:3 durch Kolkka)
VfB Stutt­gart – Han­nover 96 3:1 (3:1 durch Meißner)
Werder Bremen – VfL Bochum 3:1 (3:0 durch Ailton)
1. FC Kai­sers­lau­tern – Hertha Berlin SC 4:2
Borussia Dort­mund – TSV Bayer 04 Lever­kusen 2:2

Für Freunde der Sta­tistik haben wir 26 Tore, 34 gelbe, eine rote und zwei gelb-rote Karten gesichtet. Dar­über hinaus gab es zwei Drei­fach- und zwei Dop­pel­tor­schützen.

Zum Thema 1:0:
Drei 0:1‑Auswärtssiege machten den Spieltag nicht eben schöner. Bayern hatte Roy Makaay, Ham­burg Dusel und Sergej Bar­barez. Auf Schalke hätte ein 0:0 stehen müssen, sind doch beide Teams bezüg­lich ihrer Remis­bi­lanzen unüber­troffen – Schalke zu Hause, Ros­tock aus­wärts. Wer ist Schalkes Nummer eins im Sturm? – Offenbar ein 20-Jäh­riger. Der krän­kelte, so dass Schalke gut, aber harmlos war und es stets gemüt­lich wurde, wenn die Haus­herren im geg­ne­ri­schen Sech­zehner auf­tauchten. Zum krö­nenden Abschluss duel­lierten sich Frei­burg und Frank­furt, wobei die Schieds­rich­ter­ent­schei­dungen das Span­nendste und der DSF-Kom­men­tator das Unter­halt­samste waren. Der näm­lich wurde nicht müde, das hoch­klas­sige Niveau einer allen­falls mäßigen Partie enthu­si­as­tisch zu feiern.

Zum Thema 3:1:
Peter Neururer hätte das Halb­zeit­er­gebnis im Nach­hinein gern unter­schrieben, um schnell nach Hause zu fahren. So musste er mit ansehen, wie Bremen seine Truppe vor­führte und der dicke Ailton den Beweis dafür antrat, weder unbe­weg­lich noch gedank­lich bereits auf Schalke zu sein. Stutt­gart fei­erte der­weil Hin­kels Ver­trags­ver­län­ge­rung und mogelte sich gegen Han­nover und seine wilde Drei­zehn über die Runden, deren Feind nicht Hil­de­brand, son­dern die Latte war. Das aus­wärts­schwächste Team gewann zur all­ge­meinen Bestür­zung in hoch­ver­dient in Wolfs­burg und scho­ckierte die Ver­ant­wort­li­chen beider Seiten.

Es gibt auch andere Ergeb­nisse:
Kai­sers­lau­tern erschreckte nur die Herren Ste­vens und Kom­panie, wird Her­thas Tor­dif­fe­renz in nega­tiver Hin­sicht mitt­ler­weile doch einzig vom Kölner Schluss­licht getoppt. Zeit für ein neues Ulti­matum oder gibt es im nächsten Jahr Ber­liner Stadt­derbys? Lever­kusen zeigte Sports­geist und wei­gerte sich, Dort­munds Notelf zu demon­tieren. Offenbar werden nur gegen voll­zäh­lige Gegner Tore geschossen, so dass das unter­halt­samste Spiel des Wochen­endes mit Inter­view­verbot für Dop­pel­tor­schützen Gam­bino und einem gepflegten Unent­schieden endete.

Die Glas­kugel amü­siert sich. Letzte Woche nannten sie es skan­dalös“, mit so vielen Punkten Dritter zu sein. Dank der Lever­ku­sener Höhen­angst sind die Bremer jetzt höchst unspek­ta­kulär Zweiter und zit­tern schon ein wenig vor der Win­ter­pause. Schalke und Hertha freunden sich der­weil mit der Abstiegs­nähe an. Immerhin treten sie am nächsten Wochen­ende gegen­ein­ander an. Wir tippen der Stim­mung ent­spre­chend das Nutz­lo­seste für beide. Remis.

Spruch des Tages:
Jörg Stiel auf die Frage nach dem spontan ange­setzten Trai­nings­lager: Ich hoffe, wir müssen diese Scheiße jetzt nicht jede Woche machen, nur weil wir einmal aus­wärts gewonnen haben.“

Lehr­video des Tages:
Zu den Themen Wie mache ich meinen Gegner stark“ und Bewerben mal anders“. In den Haupt­rollen: Ber­lins Vie­rer­kette und Miroslav Klose.

Platz­ver­weis des Tages:
Selten haben wir Sali­ha­midzic so unschuldig gesehen. Was Schieds­richter Fandel gesehen hatte? – Er war so freund­lich, uns auf­zu­klären: „…für mich war das ein Nach­treten. Das geben ihre Fern­seh­bilder nicht her, so dass ich sagen muss: Ich hab mich geirrt.“ Artig. Das Unschulds­lamm darf auf einen Frei­spruch hoffen.

Schieds­richter des Tages:
Lutz Michael Fröh­lich. Ein­ziger Aktiv­posten beim Breis­gau­kick, der das Spiel dann auch gleich ent­schied. Min­des­tens zwei ver­wei­gerte Elf­meter und ein zu Unrecht aberkanntes Tor beein­flussten das Ergebnis nicht unwe­sent­lich. Willi Rei­mann tobte und fühlt sich in seiner para­noiden Welt­an­schauung bestä­tigt.

Ein­fall des Tages:
Kölner Fans brachten die Laterne gleich mit ins Sta­dion. Zwar war sie als Quelle gött­li­chen Bei­stands gedacht, unter­strich am Ende jedoch nur die aktu­elle Tabel­len­si­tua­tion. – Ein Bock, eine Kerze…Was kommt als nächstes?