Seite 2: Das eingehaltene Versprechen

Nach einer ein­jäh­rigen Leihe ver­pflich­tete Inter Mai­land den sar­di­schen Star von Cagliari Calcio im ver­gan­genen Sommer fest. Kurz zuvor schrieb die ita­lie­ni­sche Sport­zeit­schrift rivistaun­dici eine Ode auf Barel­lino“ und titelte: Nicolò Barella und das ein­ge­hal­tene Ver­spre­chen“. Nun liegt die Krux im Ver­spre­chen im Fort­be­stehen des Ver­spro­chenen. Doch an das Schei­tern von Nicolò Barella scheint der­zeit keiner zu denken. Und das wohl auch zurecht. Viel­mehr spricht seine aus­ge­prägte Reife im noch jungen Alter für eine erfolg­reiche Zukunft.

In einem Sky­Sport-Inter­view sagte Barella, sein Kind­heits­idol sei Dejan Stan­kovic gewesen, der neun Jahre für Inter Mai­land spielte und im Verein und unter den Tifosi der Neraz­zurri hohes Ansehen genießt. Nicolò Barella, könnte in dessen Fuß­stapfen treten. Dem zuvor­kommen könnte ein Enga­ge­ment im Aus­land. Die Eigen­dy­namik des Fuß­ball­ge­schäfts erwi­dert gute Leis­tungen voll­au­to­ma­tisch mit Wech­sel­ge­rüchten. So wurde Barella unter anderem schon mit Bayern in Ver­bin­dung gebracht.

Mit Inter im Auf­wind

Im der­zei­tigen Mit­tel­feld von Inter Mai­land hat Barella seinen Platz neben Mar­celo Bro­zovic und Arturo Vidal. Alle drei Mit­tel­feld­spieler bringen sowohl defen­sive als auch offen­sive, kämp­fe­ri­sche wie tor­ge­fähr­liche Qua­li­täten mit. Im Sturm sorgen Romelu Lukaku und Lau­taro Mar­tínez für Furore und in der Innen­ver­tei­di­gung spielt sich mit Ales­sandro Bas­toni das nächste große ita­lie­ni­sche Talent ins Ram­pen­licht. Coach Antonio Conte ist im Begriff, eine national wie inter­na­tional schlag­fer­tige Truppe auf­zu­bauen, die an die erfolg­rei­chen Zeiten der Nuller­jahre anknüpfen soll und ihren Höhe­punkt im Cham­pions League-Sieg von 2010 hatte.

Nach dem Sieg im Derby d’Italia gegen den Erz­ri­valen aus Turin äußerte sich Cagliaris Ver­eins­le­gende Gigi Riva erneut zu seinem Schütz­ling: Ich denke, das Tor gegen Juve hat Barella offi­ziell zum besten ita­lie­ni­schen Spieler gemacht. Ich bin stolz auf ihn, weil er Cagliari und Sar­di­nien reprä­sen­tiert, so wie ich es getan habe.“ Eine grö­ßere Ehre kann einem Sarden kaum zuteil­werden.

In Barellas Heimat Sar­di­nien gibt es den Aus­druck: Wer über das Meer kommt, stiehlt“. Es bezieht sich auf die his­to­ri­sche genährte Angst vor Erobe­rern. Nicolò Barella hat das Ganze umge­dreht: er ging fort und stahl – und zwar allen die Show.