Mister Red­mond, sind Sie gerade zu errei­chen?
Natür­lich, aber ihr ruft doch nicht etwa immer noch wegen der Superman-Geschichte an, oder? 

Wir müssen gestehen: Des­halb rufen wir an. Erzählen Sie doch bitte, was an dem Abend geschah, als Sie im Kostüm durch die Kabine liefen?
Nun ja, als Zeug­wart des Natio­nal­teams bin ich natür­lich immer ganz nah dabei. Ich mache den Job schon seit einiger Zeit und als wir uns vor vier Jahren für die Euro­pa­meis­ter­schaft in Polen und Ukraine qua­li­fi­ziert hatten, ver­klei­dete ich mich zum Spaß aller Anwe­senden als Cap­tain Ame­rica. Nach dem 2:0‑Sieg gegen Bos­nien im ver­gan­genen Jahr bra­chen bei uns alle Dämme, sogar unser Co-Trainer Roy Keane hat den ganzen Abend gelacht (Grinst.). Und ich lief als Superman – das Kostüm hatte ich vom letzten Hal­lo­ween und in weiser Vor­aus­sicht mit­ge­bracht – durch die Kabine und schrie: Ich bin 60 Jahre und fahre nach Frank­reich“.

Das Video lief im Internet viral. 
(Lacht.) Und ich ging zur glei­chen Zeit begossen mit Bier durchs iri­sche Nacht­leben. Leider habe ich mein Cape an diesem Abend auf einem Bar­tresen ver­loren. Als wir am nächsten Morgen nach­sahen, hatte es ein flei­ßiger Ange­stellter bereits ent­sorgt. Ich bekam aber schnell ein neues Kostüm zuge­schickt.

Mit Ihrem Auf­tritt sind Sie nicht nur in Irland berühmt geworden. Was ist danach geschehen?
Mit dem neuen Kostüm durfte ich mich für einige gute Zwecke ein­setzen. Wir haben etwas Geld gesam­melt für ver­schie­dene kari­ta­tive Ein­rich­tungen, die vor allem schutz­be­dürf­tigen Kin­dern hilft. Ich bin sehr stolz, dass ich dabei helfen konnte.

Im Juni beginnt end­lich die EURO 2016 in Frank­reich. Wie ist die Stim­mung in Irland? Was hat sich die Mann­schaft vor­ge­nommen?
Wir hatten eine wirk­lich harte Aus­lo­sung. Mit Ita­lien, Bel­gien und Schweden haben wir sicher­lich die här­teste Gruppe erwischt, aber unsere Jungs sind mutig, wes­halb wir alle ein­fach ein groß­ar­tiges Tur­nier erwarten.

Welche Auf­gaben werden auf Sie zukommen?
Das Tur­nier ist wirk­lich ein großes Ereignis für alle Mit­ar­beiter des Ver­bandes. Wir hatten schon einige Mee­tings, um uns auf die Reise per­fekt vor­zu­be­reiten und schon um Ostern treffen wir wäh­rend des Test­spiels gegen die Schweiz wieder mit dem Kader zusammen. Wäh­rend des Tur­niers bin ich mit meinen Kol­legen für die Betreuung der Mann­schaft zuständig. Den Jungs soll es schließ­lich an nichts fehlen. Es ist kein ein­fa­cher Job, aber ich mache ihn seit 16 Jahren und bin auch dieses Mal bereit.

Große Lan­ge­weile wird bei Ihnen also nicht auf­kommen?
Ich freue mich wirk­lich, dass sich der Ver­band ent­schieden hat, dass unser Team­quar­tier in Paris sein wird. Wir werden sicher­lich aus­rei­chend Zeit finden, um die Stadt und das Land zu erkunden. Nor­ma­ler­weise, wenn gerade keine Län­der­spiele anstehen, arbeite ich in unserer eigenen Logistik-Firma hier vor Ort. Die Euro­pa­meis­ter­schaft ist also auch ein kleiner Urlaub für mich.

Dick Red­mond, falls Irland die Euro­pa­meis­ter­schaft gewinnt… 
… na, das wollen wir doch hoffen!

Wel­ches Kostüm haben Sie dann im Koffer?
Ich habe bereits mit einem Kol­legen, der mich gerne unter­stützen will, über­legt, was wir Ver­rücktes machen könnten. Und wir sind zu dem Ent­schluss gekommen, dass die Zeit reif wäre für Batman und Robin. Sie sehen also, wir sind bes­tens vor­be­reitet.