Jonjo Shelvey (Eng­land, 21 Jahre, FC Liver­pool)
Harry Potter, he’s coming for you“, sangen die Fans von West Ham United, als sich Liver­pools Jonjo Shelvey unter ihnen warm lief. Bei Betrach­tung seines Glatz­kopfes ist eine gewisse Ähn­lich­keit zu Dau­er­bö­se­wicht Lord Vol­de­mort nicht abzu­streiten, doch der Jung­spund der Reds leidet unter Alo­pecia uni­ver­salis. Einer Form des kreis­runden Haar­aus­falls, dessen pro­mi­nen­testes Bei­spiel bisher Pier­luigi Col­lina war.

Ansonsten hat der 21-jäh­rige Englänger nur wenig gemeinsam mit der Roman­figur, es sei denn man bezeichnet seine Fähig­keiten mit dem rechten Fuß als magisch. Mit diesem konnte er in der ver­gan­genen Saison acht Tore und sechs Assists erzielen. Auf­fällig sind seine hart getre­tene Stan­dards mit enormen Drall. Der Offen­siv­spieler ist kei­nes­falls ein Schön­wetter-Fuß­baller, denn seine fron­talen Grät­schen in den Gegen­spieler hatten ihm bereits einen Platz­ver­weis gegen Man­chester United ein­ge­han­delt. Doch auf der Insel macht man sich so bekann­ter­weise nicht unbe­liebt.

Wil­fried Zaha (Eng­land, 20 Jahre, Man­chester United)
Sir Alex Fer­guson hat in der Talent­sich­tung ein unüber­trof­fenes Auge bewiesen. Eines seiner letzten Juwele ist Wil­fried Zaha, der seit dem Winter bei Man­chester United unter Ver­trag steht, bis zum 30. Juni an seinen Hei­mat­club Crystal Palace aus­ge­liehen wurde und dem Publikum in Old Traf­ford noch viel Freude bereiten könnte. Von Crystal Palace wurde der gebür­tige Ivorer in der Jugend­ab­tei­lung aus­ge­bildet und mau­serte sich zu einem der hoff­nungs­vollsten Talente in Eng­lands Sturm­reihen.

Seit seinem 17. Lebens­jahr geht Zaha für die Adler“ aus London auf Tore­jagd und besie­gelte vor zwei Wochen im Rele­ga­ti­ons­spiel den Auf­stieg in die Pre­mier League. Zuvor hatte der Flü­gel­flitzer, der mit seiner Spiel­weise an Fer­gu­sons alten Schüler Cris­tiano Ronaldo erin­nert, seine Gegen­spieler mit zahl­rei­chen Über­stei­gern und Fan­ta­sietricks genarrt, dass er das Foul zum ent­schei­denden Elf­meter nur noch dan­kend annehmen musste.

Valon Berisha (Nor­wegen, 20 Jahre, Red Bull Salz­burg)
Ich hatte viele wirk­lich gute Ange­bote und es hätten nicht viele Nein gesagt“, meint Valon Berisha und erin­nert mit sol­chen Aus­sagen bereits an die ganz großen Löwen im Fuß­ball­käfig. Doch der Nor­weger lehnte all diese Ange­bote von Man­chester City, dem FC Chelsea und Aston Villa ab und ging zu Viking Sta­vanger. Schließ­lich wolle er in jungen Jahren seine Familie noch nicht ver­lassen, so der 19-Jäh­rige.

Mitt­ler­weile spielt Berisha für Red Bull Salz­burg, nimmt prä­zise die öster­rei­chi­schen Außen­bahnen aus­ein­ander und durfte sich bereits in der nor­we­gi­schen A‑Nationalelf pro­bieren. Bis 2016 hat der robuste Wir­bel­wind noch einen Ver­trag in Salz­burg und will dort bestän­dige Leis­tung zeigen. Doch sein lang­fris­tiges Ver­langen ist ein Enga­ge­ment beim FC Bar­ce­lona.

Lorenzo Insigne (Ita­lien, 22 Jahre, SSC Neapel)

Eigent­lich können wir Lorenzo Insigne gar nicht mehr unter die Kate­gorie Geheim­tipp“ fassen, denn durch seinen Frei­stoß zum 1:0‑Sieg gegen Eng­land hat der Stürmer bereits alle Auf­merk­sam­keit auf sich gezogen. Schon zuvor zeigte der Ita­li­nier ein ganz starkes Spiel, das die Eng­länder jedoch zu ver­tei­digen wussten. Doch beim Stan­dard aus 18 Metern konnte Insigne in aller Ruhe das tun, was er am besten kann: Tore schießen.

Nachdem der eigent­liche Star aus Ita­liens U21 durch die beiden A‑Nationalspieler Marco Ver­ratti und Mattia Destro in der Vor­be­rei­tung etwas über­schattet wurde, fand der Nea­po­li­taner so die pas­sende Ant­wort. Beach­tens­wert sind seine Kom­bi­na­tionen mit Sturm­pen­dant Ciro Immo­bile. Gemeinsam hatten die beiden Angreifer vor einem Jahr ihren Leih­verein Del­fino Pes­cara mit ins­ge­samt 46 Toren in die Serie A geschossen.

Geor­ginio Wij­naldum (Nie­der­lande, 21 Jahre, PSV Eind­hoven)
Seine Dre­ad­locks ließen seine Land­leute an die ruhm­rei­chen Zeiten unter Ruud Gullit zurück­denken und auch wenn Geor­ginio Wij­naldum mitt­ler­weile eine Kurz­haar­frisur gewählt hat, ähnelt er seinem Vor­gänger. Fernab der tiki-taka-lie­benden Regis­seure spielt Wij­naldum einen robusten und tor­ge­fähr­li­chen Ball, sodass er im Trikot von PSV Eind­hoven nicht selten als Fal­scher Neuner auf­ge­stellt wurde. Im Orange-Dress musste er zumeist auf die rechte Außen­bahn aus­wei­chen, was ihn jedoch nicht davon abhielt, mit ins­ge­samt drei erzielten Toren, der erfolg­reichste Stürmer der nie­der­län­di­schen U21 in diesem Kalen­der­jahr zu sein.

Als 16-Jäh­riger debü­tierte Wij­naldum für Feye­noord Rot­terdam als jüngster Spieler der Ver­eins­ge­schichte und wurde vom AC Mai­land als neuer See­dorf“ umworben. Doch den Nie­der­länder mit gha­nai­schen Wur­zeln hielt es mit seinem Wechsel zu PSV im Hei­mat­land. Viel­leicht war ihm die Ent­wick­lung seines Onkels Royston Drenthe, der sich als gefei­ertes Super­ta­lent bei Real Madrid nie durch­setzen konnte, ein war­nendes Bei­spiel.

Denis Che­ryshev (Russ­land, 22 Jahre, Real Madrid)
Astu­ri­sches Tem­pe­ra­ment bringt Denis Che­ryshev ins kalte Russ­land. Der Mit­tel­feld­spieler ist in Gijon auf­ge­wachsen, aber ent­schied sich nach seiner Aus­bil­dung in der madri­le­ni­schen Cas­tilla“ für das Hei­mat­land seines Vaters zu spielen. Dmitri Tscher­ry­schew war eben­falls ein rus­si­scher Natio­nal­spieler und hatte seinen damals fünf­jäh­rigen Sohn bei seinem Wechsel nach Nord­spa­nien mit­ge­nommen.

Zumeist spielt Che­ryshev für die zweite Mann­schaft Reals, er durfte in der ver­gan­genen Saison von der Bank aus gegen Man­chester United zumin­dest ein wenig Cham­pions-League-Luft schnup­pern. Der Links­außen wäre zugleich der erste Russe, der je für die A‑Elf der Madri­dista spielen würde. Einen Wechsel nach Ost­eu­ropa lehnt er des­halb hab: Ich lebe in Spa­nien seitdem ich fünf bin, daher fühle ich mich mehr spa­nisch als rus­sisch. Ich will in Spa­nien bleiben.“

Jordy Clasie (Nie­der­lande, 20 Jahre, Feye­noord Rot­terdam)
Soeben war Jordy Clasie in die Fuß­ball­schule von Feye­noord Rot­terdam ein­ge­stiegen, da nutzte er die Gele­gen­heit und bat den dama­ligen Hoff­nungs­träger Robin van Persie um ein Erin­ne­rungs­foto. Zehn Jahre später ent­stand das zweite Foto der beiden Fuß­baller. Da trug auch Jordy Clasie das nie­der­län­di­sche Natio­nal­trikot und sang zusammen mit RVP die Natio­nal­hymne.

Zwi­schen­zeit­lich hat sich der zen­trale Mit­tel­feld­spieler zu einer festen Stütze im Spiel Feye­noords ent­wi­ckelt, auch wenn sich die aero­dy­na­mi­sche Frisur und seine geringe Kör­per­größe (1,69 Meter) kaum ver­än­dert haben dürften. In der U21-Qua­li­fi­ka­tion kam er nicht allzu oft zum Zuge, spielte aller­dings im letzten Jahr unter­Nach­wuchs­för­derer Louis van Gaal bereits fünf Mal für die A‑Nationalelf. Clasie ist ein Spieler, der immer vor­aus­denkt“, so der Bondscoach.