Mär­chen? Das trifft es ganz gut“, sagt Robin Krüger. Es hat tat­säch­lich etwas Unwirk­li­ches, dass wir in der U19-Bun­des­liga antreten.“ Der 28-jäh­rige Grund­schul­lehrer ist seit Sai­son­be­ginn Chef­coach der A‑Jugend von Arminia Klos­ter­hardt, jenes kleinen Vor­stadt­ver­eins aus Ober­hausen, der sich irgendwie ins Land der Riesen ver­irrt hat. Der Bun­des­liga-Auf­stieg in der ver­gan­genen Saison war bereits eine gewal­tige Sen­sa­tion“, betont Krüger. Der Klas­sen­er­halt im kom­menden Sommer wäre sicher nochmal eine Stei­ge­rung.“

Kein Zufall

Dazu sollte man sich vor Augen führen: Klos­ter­hardt, ein Klub, dessen Senioren in der sechst­klas­sigen Lan­des­liga spielen und dessen A‑Jugend vor nicht allzu langer Zeit auf Asche gegen SF Königs­hardt, Blau-Weiß Lirich oder Rhen­ania Bot­trop antrat, geigt plötz­lich im Kon­zert der Großen mit – in einer Liga mit dem deut­schen U19-Meister Borussia Dort­mund, der welt­weit renom­mierten Schalker Knap­pen­schmiede, Bayer Lever­kusen, dem 1. FC Köln, und dem Glad­ba­cher Foh­len­stall. Mit Bochum, Düs­sel­dorf, Bie­le­feld und Duis­burg. Jeder der übrigen 13 Klubs in der Spiel­klasse kann auf eine His­torie in der Herren-Bun­des­liga ver­weisen. Selbst unsere Mit­auf­steiger For­tuna Köln und SC Pader­born sind im Senio­ren­be­reich aktuell Dritt­li­gisten“, unter­streicht Krüger. Das zeigt schon, wo wir uns gerade befinden.“

Der Klos­ter­hardter U19-Coach betont bei jeder Gele­gen­heit, dass nicht er der Vater des Auf­stiegs ist, son­dern sein Vor­gänger Marcus Beh­nert. Dessen her­aus­ra­gende Arbeit, die glück­liche Fügung zweier Aus­nahme-Jahr­gänge bei der Arminia sowie die zuletzt ver­gleichs­weise schwache Kon­kur­renz in der zweit­klas­sigen A‑Ju­gend-Nie­der­rhein­liga hätten das Wunder von Klos­ter­hardt“ erst mög­lich gemacht. Den­noch“, mahnt Krüger, muss man fest­halten, dass das Ganze kein Zufall war: Der Klub hatte sich durch seine kon­ti­nu­ier­lich gute Nach­wuchs­ar­beit seit Jahren in der Nie­der­rhein­liga eta­bliert.“

Der Trainer arbeitet an einer Pro­fi­kar­riere

Krüger selbst kennt die U19-Bun­des­liga bereits aus seiner Zeit im Coa­ching-Stab von Rot-Weiß Essen, wo das Trai­ner­ta­lent bereits als 19-Jäh­riger hos­pi­tiert hatte. Im ver­gan­genen Winter löste Krüger seinen Ver­trag als U19-Co-Trainer des spä­teren Abstei­gers RWE auf. Es gab unter­schied­liche Vor­stel­lungen – und ich wollte dau­er­haft als Chef­trainer im Nach­wuchs­be­reich tätig sein.“ Da kam das Angebot aus Klos­ter­hardt gerade recht. Diese Saison ist für mich eine tolle Mög­lich­keit, als Coach den nächsten Schritt zu machen“, sagt Krüger, der nebenher Sport­wis­sen­schaften stu­diert – und beharr­lich an einer Kar­riere im Pro­fi­be­reich bas­telt.

Auch für den Verein ist das Aben­teuer der U19 eine große Chance. Die Klub­füh­rung ver­spricht sich fri­sche Impulse für die 1. Mann­schaft, die seit Jahren um den Klas­sen­er­halt in der Lan­des­liga ringt. Des­halb beför­derte man U19-Auf­stiegs-Coach Marcus Beh­nert im Sommer zum Chef­trainer der Ersten“. So ent­steht eine gewisse Durch­läs­sig­keit“, erklärt Robin Krüger, wir hoffen natür­lich, dass der eine oder andere aus der U19 in Zukunft die Erste‘ ver­stärkt. Wobei einige Jungs das Zeug haben, weit höher als Lan­des­liga zu spielen.“