Als alle Welt den 1. FC Kai­sers­lau­tern in der 57. Minute beim 1:4‑Rückstand hilflos der varia­blen Taktik des FC Bayern aus­ge­lie­fert sah, bahnte sich das Wunder vom Bet­zen­berg“ an. 



Inner­halb von 32 Minuten schossen die Pfälzer gegen Mün­chens Abwehr der Natio­nal­spieler sechs Treffer zum 7:4, bekamen einen wei­teren in diesem Abschnitt nicht aner­kannt und trafen noch einmal das Tor­holz. Dynamo Dres­dens Trainer Fritzsch hielt den totalen Nie­der­gang der Gäste im Film fest. Sein Münchner Euro­pacup-Rivale Udo Lattek der nach Spie­le­schluss 20 Minuten lang mit der Mann­schaft in Klausur geblieben war und schon mit der see­li­schen Auf­rich­tung seiner völlig depri­mierten Schütz­linge im Hin­blick auf das Euro­pa­cup­spiel des nächsten Mitt­wochs begonnen hatte, stand auch danach noch wie am Boden zer­stört unter dem Ein­druck des geschehen: Wir haben wie ein Welt­meister begonnen, aber Roths Fehler zum 1:3‑Anschlusstreffer vor der Pause hätte eigent­lich schon ein Signal für das sein müssen, was uns später erwar­tete. Fehl­ver­halten ver­schie­dener Spieler hat das Debakel begüns­tigt.“

Waterloo-Stimmng“ im Mün­chener Lager

Waterloo-Stim­mung im Münchner Lager, Sie­ges­taumel beim Gegner, der diese Kehrt­wen­dung – das gaben alle Spieler zu – nicht mehr erwartet hatte. Jetzt reisen die Pfälzer nach 7:1‑Auswärtspunkten zum Neu­ling For­tuna Köln, dann kommt der Neu­ling Nummer zwei, Rot-Weiß Essen, an den Bet­zen­berg. Doch in Kai­sers­lau­tern bleibt man mit den Füssen auf dem Boden, man träumt noch nicht von einem Höhen­flug. Trainer Rib­beck hat die Mann­schaft der Namen­losen“ zu großer Begeis­te­rungs­fä­hig­keit geführt, sie inner­lich stark gemacht, selbst ein Rück­stand von drei Toren ver­mochte sie nicht aus der Bahn zu werfen.

Prunkt­stück war wäh­rend der schwarzen halben Stunde“ des FC Bayern das Mit­tel­feld: Topp­möller und Bitz machten gegen den Meister ihr Meis­ter­stück, und Her­bert Laumen, anfäng­lich in der Deckungs­auf­gabe mit dem später (76.) des Feldes ver­wie­senen Gers­dorff nicht zurecht gekommen, zeigte in den Schluss­mi­nuten mit zwei Tref­fern, dass seine Ide­al­po­si­tion die der vierten Sturm­spitze ist.