Das Wunder des Teams: Jeder gibt etwas und am Ende haben alle mehr.“

Diese Worte des bekannten Sport­psy­cho­logen Lothar Linz begleiten mich schon seit vielen Jahren und sind zu einem festen Glau­bens­satz in meinem Leben geworden. Was mög­lich ist, wenn ein Team nach diesem Prinzip funk­tio­niert, zeigt die 3. Liga. 

Geschlossen zum Auf­stieg 

Das Vor­zei­ge­team schlechthin ist der VfL Osna­brück. Hier stimmt ein­fach alles. Als ich mich vor fünf Monaten fest­ge­legt habe, dass der Verein auf­steigen wird, habe ich mich vor allem auf die Rolle des Trai­ners inner­halb des Teams kon­zen­triert. Der Sai­son­ver­lauf hat gezeigt, wie riesig sein Anteil ist. Daniel Thioune hat es geschafft, das Wunder des Teams“ auf­recht zu erhalten.

Er nutzt die kom­plette Breite des Kaders, über­rascht damit den Gegner, aber sorgt vor allem dafür, dass jeder ein­zelne Spieler weiß, dass er wichtig ist und damit voller Über­zeu­gung seine Ego­ismen für das gemein­same Ziel hin­ten­an­stellt. So ent­steht eine wirk­liche Ein­heit. Hinzu kommt, dass der Team­ge­danke beim VfL Osna­brück weit über die Grenzen der Mann­schaft hinaus geht. Das beob­achte und spüre ich bei jedem Ein­satz an der Bremer Brücke. Ähn­lich sehe ich die Situa­tion beim Hal­le­schen FC. Des­halb glaube ich, dass der HFC trotz aktuell fünf Punkten Rück­stand auf den Rele­ga­ti­ons­platz nochmal in das Auf­stiegs­rennen ein­greifen wird. 

Gemeinsam gegen den Abstieg 

Das­selbe Prinzip gilt für den Abstiegs­kampf. Hier sehe ich vor allem Energie Cottbus und die Sport­freunde Lotte als gewach­sene Teams auf und neben dem Rasen. Beide Ver­eine werden auch in der nächsten Saison in der 3. Liga spielen, da bin ich mir sicher. Bei Carl Zeiss Jena hin­gegen habe ich meine Zweifel, ob Mann­schaft, Trainer, Verein und Fans noch eine wirk­liche Ein­heit bilden. Ich glaube nicht, dass es für den Klas­sen­er­halt rei­chen wird. 

Der Defi­ni­tion nach ist ein Team ein Zusam­men­schluss meh­rerer Per­sonen zur Errei­chung eines bestimmten Ziels. Das allein reicht aber längst nicht aus. Ent­schei­dend ist, ob jeder Ein­zelne bereit ist, seine per­sön­li­chen Inter­essen diesem Ziel unter­zu­ordnen. Nur dann kann ein Team auch erfolg­reich sein. Die 3. Liga beweist aktuell genau das.