Seite 2: Gourcuff, Eisfeld, Merkel

Moritz Leitner

Moritz Leitner – eine Kar­riere auf der Ersatz­bank. Wech­selte hoch­ta­len­tiert 2011 von 1860 Mün­chen zum BVB in die 1. Bun­des­liga. Kam dort fast aus­schließ­lich von der Bank, ohne sich jemals zu beschweren. Cha­peau! Ähn­li­ches Schicksal ereilte ihm beim FC Augs­burg, VfB Stutt­gart und Lazio Rom. Der­zeit spielt er unter Daniel Farke bei Nor­wich City. Seine durch­schnitt­liche Ein­satz­dauer in dieser Saison betrug 26 Minuten.

Yoann Gour­cuff

Laszlo Bölöni ver­half Gour­cuff als 17-Jäh­riger zu seinem Pro­fi­debüt für Stade Rennes. Bölöni, der später bei Spor­ting Lis­sabon an der Sei­ten­linie stand und Cris­tiano Ronaldo groß werden sah, sagte mal über ihn: So wie ich es damals bei Cris­tiano wusste, dass er ein Großer werden würde, war ich mir bei Yoann sicher.“ Die fran­zö­si­sche Zei­tung L’E­quipe“ nannte ihn gar den Nach­folger von Zine­dine Zidane. Doch es kam anders für Yoann Gour­cuff. Beim AC Mai­land schei­terte er an Kaka und See­dorf, bei Giroudon Bor­deaux gelang ihm zunächst der Durch­bruch, dann folgte der Wechsel zu Olym­pique Lyon. Immer wieder ver­letzte er sich schwer, in fünf Jahren fiel er fast 700 Tage aus. Nach einer Rück­kehr zu Stade Rennes lan­dete er bei FCO Dijon. Heute ist Gour­cuff ver­einslos.

Manuel Fischer

Den 12. Dezember 2007 wird Manuel Fischer nicht ver­gessen haben. Damals gab er sein Pro­fi­debüt für den VfB Stutt­gart. Im Camp Nou. Ein Jahr zuvor war er bei der U17-Euro­pa­meis­ter­schaft Tor­schüt­zen­könig geworden. Mit je fünf Tref­fern mussten sich Fischer, Bojan Krkic und Tomas Necid die Tor­jä­ger­krone teilen. Sein frü­herer A‑Ju­gend-Trainer Hansi Kleitsch sagte damals: So einen Knipser habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Gerd Müller war der letzte.“ Und da all­seits bekannt ist, dass solche Ver­gleiche nie hilf­reich sind, geriet Manuel Fischer in einen immer tie­feren Strudel. Irgendwer sollte A‑Ju­gend-Trai­nern mal sagen, dass sie damit auf­hören sollen, ihre Kids mit den größten Welt­stars des Fuß­balls zu ver­glei­chen. Fischer spielt mitt­ler­weile nur noch Futsal beim TSV Wei­lim­dorf. Das Camp Nou hat er trotzdem gesehen.

Rein­hold Yabo

2009 musste sich Rein­hold Yabo nur Mario Götze geschlagen geben, der die Fritz-Walter-Medaille in Gold erhielt. Auf Platz 3 ver­drängte er Marc-Andre ter Stegen. Europas Elite buhlte dar­aufhin um den damals 17-Jäh­rigen. Yabo aber blieb beim FC Köln. Und wurde zunächst von Volker Finke und dann von Holger Sta­nis­lawski aus­sor­tiert. Nach fünf Spiel­zeiten bei RB Salz­burg ist er mitt­ler­weile bei Arminia Bie­le­feld gelandet und stand in dieser Saison 18 Mal auf dem Platz. Die Arminen träumen der­zeit von Liga 1, Yabo wird das auch tun. Und so viel­leicht doch noch den Umschwung schaffen.

Thomas Eis­feld

Irgendwie schade um Thomas Eis­feld. Ihm war eine geile Kar­riere pro­phe­zeit worden. Bei Borussia Dort­mund aus­ge­bildet, ist er früh zum FC Arsenal gegangen, Arsene Wenger soll große Stücke auf ihn gehalten haben. Durch­setzen konnte er sich in der Pre­mier League aber nicht, statt­dessen wech­selte er zum FC Fulham in die Cham­pi­onship und nach nur einem Jahr von Eng­lands Zweiter in Deutsch­land Zweite. Heute spielt er für den VfL Bochum und ist wieder zu Hause im Pott.

Alex­ander Merkel

Muss eine auf­re­gende Zeit gewesen sein 2008. Damals wech­selte Merkel als 16-Jäh­riger vom VfB Stutt­gart zum AC Mai­land. Als er 2010 sein Debüt für die Rosso­neri gab, standen Spieler wie Cla­rence See­dorf, Ronald­inho, David Beckham und Zlatan Ibra­hi­movic im Kader. Die Mann­schaft war zu stark für ihn, sodass er nach vier Jahren zum CFC Genua ver­kauft wurde. Was dann folgte, liest sich wie eine Inter­rail-Tour: Merkel machte Sta­tion bei Udi­nese Calcio, FC Wat­ford, Grashopper Zürich, AC Pisa, VfL Bochum und FC Admira Wacker Möd­ling in Öster­reich. Zur­zeit spielt er in den Nie­der­landen für Hera­cles Almelo. Mal sehen, wie lange noch.

Hatem Ben Arfa

So ganz passt Hatem Ben Arfa nicht in diese Liste. Wirk­lich geschei­tert ist er näm­lich nicht. Er kommt bei Olym­pique Lyon, Olym­pique Mar­seille, New­castle United, Hull City, OGC Nizza, Paris Saint-Ger­main, Stade Rennes und Real Val­la­dolid auf 18 Titel und 297 Spiele, dazu hat er 15 Län­der­spiele für Frank­reich absol­viert. Ein Samed Yesil kann davon nur träumen. Aber Ben Arfa wurde mehr pro­phe­zeit, er sollte mit den anderen beiden Bad Boys Karim Ben­zema und Samir Nasri eine gol­dene Genera­tion bilden. Statt­dessen fielen alle drei irgend­wann in Ungnade. Zur gol­denen fran­zö­si­schen Genera­tion wurde die danach, um Pogba, Griez­mann und Varane. Zu viele Partys, zu viele Skan­dale, zu wenig Dis­zi­plin. Seit dieser Saison spielt Ben Arfa für Real Val­la­dolid.

Jan Moravek

Mit 19 Jahren wech­selte Jan Moravek von Bohemians Prag zum FC Schalke. Es hieß, er sei eines der größten Talente im tsche­chi­schen Fuß­ball. Der neue Rosicky, sagten sie in der Heimat. Im Pott kam er nie wirk­lich an, lan­dete über FC Kai­sers­lau­tern beim FC Augs­burg. Seitdem er 2012 zum FCA gewech­selt ist, hat er ver­let­zungs­be­dingt 123 Spiele ver­passt.

Cle­ment Gre­nier

Gre­nier dürfte viel­leicht einigen hart­ge­sot­tenen FIFA-Suchtis ein Begriff sein. Obwohl er ziem­lich unbe­kannt war, ver­lieh ihm EA Sport schon sehr früh ein Ori­gi­nal­ge­sicht. Ein abso­luter Geheim­tipp im Kar­rie­re­modus. Mit 18 schaffte er den Sprung ins Pro­fi­team von Olym­pique Lyon, ihm wurde auch im echten Leben viel Poten­zial beschei­nigt. Bis 2018 hat Gre­nier bei Lyon gespielt und alle Jugend­aus­wahlen der Natio­nal­mann­schaft durch­ge­spielt. Mitt­ler­weile zockt er für Stade Rennes und es ist sehr, sehr still um ihn geworden.

Sean Dundee

Sean Dundee, das Tor-Kro­kodil“, wech­selte 1995 zum Karls­ruher SC. Der gebür­tige Süd­afri­kaner schlug voll ein. Und weil zu dieser Zeit ein Stür­mer­mangel in der deut­schen Natio­nalelf herrschte, erhielt Dundee in einem ein­zig­ar­tigen Ein­bür­ge­rungs­ver­fahren die deut­sche Staats­bür­ger­schaft. Um dann nie ein Spiel für die DFB-Aus­wahl zu machen. Zahl­reiche Ver­let­zungen bremsten Dundee immer wieder aus. Er spielte noch für den FC Liver­pool, VfB Stutt­gart, Aus­tria Wien, kehrte noch einmal zum KSC zurück und been­dete 2009 in seiner Hei­mat­stadt Durban seine Kar­riere. Heute betreibt er eine Fuß­ball­schule in Karls­ruhe.