Ansgar Brink­mann, Arminia Bie­le­feld hatte in der Saison 2002/2003 als mög­li­chen Absteiger eigent­lich nie­mand mehr auf der Rech­nung. Am 31. Spieltag hätte ein Sieg gegen den Tabellen-Sech­zehnten Bayer Lever­kusen die Ret­tung bedeutet. Was ist schief gelaufen?
Wir haben aus den letzten fünf Spielen nur noch einen Sieg gebraucht. Wir waren im Grunde genommen schon raus aus der Nummer.

Gegen Lever­kusen sind Sie zunächst sogar in Füh­rung gegangen.
Ich habe in der ersten Halb­zeit einen Elf­meter ver­wan­delt und alles sah ganz gut aus. Aber ich habe in der ersten Halb­zeit eben auch eine Gelbe Karte bekommen, die am Ende ver­dammt bitter wurde.

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Sie sind vom Platz geflogen?

In der 60. Minute habe ich Gelb-Rot gesehen. Meiner Mei­nung nach hätte es eine Ermah­nung auch getan. Aber es ist müßig dar­über zu streiten, selbst wenn man in Unter­zahl spielt, muss man nicht noch 3:1 ver­lieren.

Wie haben Sie die letzte halbe Stunde erlebt?
Die Tore die dann gefallen sind, waren abso­lute Traum­tore. Lucio macht noch zwei Tore und haut einen Frei­stoß davon unhaltbar in den Knick. Wie soll man sowas ver­tei­digen? Aber auch nach dem Spiel hatten wir noch drei End­spiele, in denen wir uns hätten retten können. Am Ende haben wir es selbst ver­bockt.

Nach dem Abstieg haben Sie die Bun­des­liga ver­lassen und sind zu LR Ahlen gewech­selt. Hätten Sie Bie­le­feld auch ver­lassen, wenn die Klasse gehalten worden wäre?
Auf keinen Fall. Das war kom­plett anders geplant. Wir waren ein ein­ge­schwo­rener Haufen und es hat tie­risch Spaß gemacht. Aber wir haben die Kurve sport­lich ein­fach nicht gekriegt, obwohl der Abstieg absolut zu ver­meiden gewesen wäre. Die ganze Saison lief für uns super, wir haben nur die letzten fünf Spiel­tage ver­geigt.

Der bit­terste Abstieg Ihrer Kar­riere?
Ich kann Ihnen ver­si­chern, die Gesichter in der Kabine nach dem letzten Spiel sind ein­ge­brannt. Dieser Abstieg tat richtig weh, gerade weil er so unnötig war.

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Sind Sie rück­bli­ckend mit der Anzahl Ihrer Bun­des­li­ga­spiele zufrieden?
Das wäre ja fatal. Ich hätte natür­lich lieber 390 Bun­des­li­ga­spiele, als 390 Zweit­li­ga­spiele. Ich hätte auch gerne mal in Lever­kusen gespielt – auf rechts Bernd Schneider, vor mir Ulf Kirsten und neben mir Zé Roberto. Das hätte mit Sicher­heit gut aus­ge­sehen. (lacht)

Nach dem Abstieg sind Sie über Ahlen in Dresden gelandet. Woher kam der Antrieb mit 35 Jahren noch einmal bei Dynamo anzu­greifen?
Ich wollte meine Kar­riere nicht mit einer Ver­let­zung beenden. Chris­toph Franke hat mich damals über­zeugt. Er sagte: Dresden muss man mal gesehen haben“, dann bin ich dahin. Am Ende sind wir vom 18. Platz auf den Achten gerutscht und haben gefeiert, als wenn wir Deut­scher Meister geworden wären.