An dieser Stelle erwähnte ich bereits vor einiger Zeit einen Kol­legen, der Mit­glied des FC Bayern ist. Als sol­chem gra­tu­liert ihm Prä­si­dent Uli Hoeneß all­jähr­lich per Email zum Geburtstag. Per­sön­lich!“, froh­lockt der Kol­lege jedes Mal aufs Neue. Und guck mal“, japst er dann und weist auf die Uhr­zeit­an­gabe, der Uli ist extra um sieben Uhr auf­ge­standen, um mir zu schreiben!“ Nun muss man den Zufall als würdig erachten, Herr über unser Schicksal zu sein. Und so kam es, dass der Sechs­und­drei­ßigste des Kol­legen heuer auf jenen Tag fiel, an dem in Mün­chen der Gerichts­pro­zess begann, in dem Uli Hoeneß sich wegen des Ver­dachts auf Steu­er­hin­ter­zie­hung ver­ant­worten muss. Dass die Glück­wunsch-Email den­noch ein­traf, rührte meinen Kol­legen beinah zu Tränen. Dass er trotz allem an mich gedacht hat…“, hauchte er. Er strei­chelte den Aus­druck, bevor er ihn, wie jedes Jahr, an die Wand hängte, zwi­schen das Hansi-Pflügler-Auto­gramm und das Zet­tel­chen mit dem längst ver­passten Zahn­arzt­termin. Was Hoeneß wohl mit dem Gewinn gemacht habe, der sich hinter der Steu­er­schuld von 3,6 Mil­lionen Euro ver­berge, fragte ich meinen Kol­legen, der inzwi­schen mit der Stirn auf der Schreib­tisch­platte, in sich hinein schluch­zend, dasaß. Er schnellte hoch: Geschenke gekauft!“ heulte er plötz­lich und laut. Für mich!“ Als dann im Laufe dieses Mon­tags die Steu­er­schuld auf fast 20 Mil­lionen anwuchs, win­selte er nur noch: Ach, Uli. Das wäre doch nicht nötig gewesen!“ Und da musste ich ihm, obwohl ich weder Mit­glied des FC Bayern bin noch Geburtstag hatte, dann doch zustimmen.