Eine Trai­ner­dis­kus­sion gehört zu Köln wie der Dom und der Kar­neval. Achim Bei­er­lorzer ist der zehnte Trainer in zehn Jahren, der bei den Köl­nern am Spiel­feld­rand steht. Nach dem Pokal-Aus gegen den Viert­li­gisten Saar­brü­cken und einem schwa­chen Sai­son­start steht er nach gerade einmal vier Monaten im Amt mit dem Rücken zur Wand.

Warum konnte seine Mann­schaft nur sieben Punkte aus zehn Bun­des­liga-Spielen holen? In wel­chen Berei­chen trifft Bei­er­lorzer die Schuld, wo ist er Opfer der Umstände? Fünf Gründe, warum Köln im Tabel­len­keller fest­hängt.

1. Köln schwä­chelt gegen schwä­chere Teams
Krise? Davon wollte man in Köln zunächst nichts wissen. Lange Zeit konnte man sich hinter dem schweren Auf­takt­pro­gramm ver­ste­cken. Köln traf an den ersten sieben Spiel­tagen auf fünf der sechs aktuell best­plat­zierten Teams der Liga. Das Para­doxe: Sie zogen sich aus diesen Spielen sogar achtbar aus der Affäre. Vier ihrer sieben Punkte holten sie aus den Par­tien gegen Frei­burg und Schalke.

Das bedeutet im Umkehr­schluss: Köln holte in den übrigen Spielen nicht allzu viele Punkte. Tat­säch­lich tun sie sich gegen ver­meint­lich schwä­chere Teams schwer. Zwar gewannen sie gegen Pader­born (3:0), doch gegen Hertha (0:4), Mainz (1:3) und Düs­sel­dorf (0:2) waren sie teils deut­lich unter­legen. Selbst Viert­li­gist Saar­brü­cken konnten sie im Pokal nicht besiegen. Köln punktet nicht in den Spielen, in denen ein Auf­steiger eigent­lich punkten müsste.

2. Pro­bleme mit dem Offen­siv­spiel
Das Spiel gegen For­tuna Düs­sel­dorf unter­strich, warum Köln solche herben Pro­bleme mit ähn­lich starken Teams hat. Nachdem die Düs­sel­dorfer in Füh­rung gingen, zogen sie sich weit zurück. Köln hatte im Ver­laufe des Spiels über 60 Pro­zent Ball­be­sitz. Aller­dings fehlte ihnen jeg­liche Idee, wie sie den Ball vor das Tor tragen können.

Köln fehlen Mecha­nismen, um tief ste­hende Gegner zu kna­cken. Der Fuß­ball von Trainer Achim Bei­er­lorzer ist vor allem auf den Umschalt­mo­ment aus­ge­richtet. Sein Team soll mit Tempo und Wucht kon­tern. Im Ball­be­sitz jedoch können sie ihr Tempo nicht auf den Rasen bringen.

Dass jeder fünfte Ball im Kölner Spiel lang geschlagen wird, unter­streicht diese spie­le­ri­sche Armut. Würde Köln die zweiten Bälle wenigs­tens erobern, wäre dieses Pro­blem nicht so groß. Doch selbst das gelingt ihnen aktuell nicht. Dazu fehlt ihnen auf der Dop­pel­sechs die Wucht.