Ben­jamin Best, was war der Anlass für die Recher­chen zu Ihrem Film?
Die Aus­gangs­frage war: Wie weit ver­breitet ist der Wett­be­trug im Fuß­ball, und wie orga­ni­siert gehen die Draht­zieher dabei vor? Wäh­rend das Thema Mani­pu­la­tion durch Doping“ omni­prä­sent ist, bleibt es in Sachen Wett­be­trug meist bei Ein­zel­fall-Berichten. Zusammen mit meinen Kol­legen Uwe Schwe­ring und Hervé Martin Del­pierre wollten wir mit diesem Film einen umfas­sen­deren Blick auf das Thema lie­fern.

Wie sahen Ihre Recher­chen zu dem Film aus?
Ich ver­folge das Thema schon seit über sieben Jahren. Gerade letzte Woche ist das vor­läu­fige Ergebnis dieser Arbeit unter dem Titel Der gekaufte Fuß­ball“ als Buch erschienen. Doch auch für den Film waren wir noch­mals viel unter­wegs, von Zürich bis Sin­gapur.

In Sin­gapur saßen Sie mit einem ver­ur­teilten Wett­be­trüger zusammen, und wet­teten gemeinsam auf den Aus­gang einer zeit­gleich in Berlin statt­fin­denden Partie der U19 von Union Berlin.
Beim dem Spiel gab es zwar kei­nerlei Auf­fäl­lig­keiten, aber allein der Umstand, dass es mög­lich ist im über zehn­tau­send Kilo­meter ent­fernten Sin­gapur auf ein Spiel von zwei deut­schen U19-Mann­schaften zu wetten, zeigt das ganze Ausmaß und die Absur­dität des orga­ni­sierten Wett­be­triebs. Zumal es um erheb­liche Summen geht. Mein Gesprächs­partner in Sin­gapur gab an, dass er ohne Wei­teres bis zu 800.000 Euro auf dieses Spiel hätte setzen können.

Was war das Absur­deste, auf das Sie wäh­rend Ihrer Recher­chen gestoßen sind?
Beson­ders in Erin­ne­rung blieb ein Geis­ter­spiel“ zwi­schen der U21 Turk­me­ni­stans und der U21 der Male­diven, Anfang 2012. Bei meh­reren Anbie­tern konnte man auf das Spiel wetten. Als Ergebnis wurde ein 3:2 für Turk­me­ni­stan ange­geben, mit­samt den Ver­merken für gelbe Karten war das Spiel im Internet doku­men­tiert. Nur: Das Spiel fand nie statt!

Wie haben die Wett­an­bieter reagiert?
Die Wett­an­bieter haben die Gewinne aus­ge­zahlt. Erst im Nach­gang stieß man auf die Unstim­mig­keiten. Da zeigt sich erneut, mit wel­cher Dreis­tig­keit, und aber auch, wie gut orga­ni­siert die Wett­be­trüger vor­gehen.

Wenn Sie Ihre Erfah­rungen mit Wett­be­trü­gern in einem Satz zusam­men­fassen müssten: Wie würde er lauten?
Nichts ist so wie es scheint!

Der Film Im Griff der Zocker­mafia“ läuft heute Abend, 23 Uhr 30, in der ARD.