Seite 2: Der Verein schweigt bislang

Bei mir gingen wegen des mul­migen ersten Ein­drucks die Alarm­glo­cken an“, sagt Helm­schrott. Wich­tiger als der Ver­eine ist ihm der­zeit die Hilfe für Flücht­linge. Die Blogger des Fan­por­tals Mia­s­anrot“ waren mitt­ler­weile eben­falls an der Recherche betei­ligt und ver­schickten Mails an die ange­ge­benen Unter­neh­mens­adressen, ans Telefon ging unter der hin­ter­legten Nummer nie­mand. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“, schreiben sie in ihrem Blog­ein­trag.

Es fing richtig an zu rie­chen“, sagt Helm­schrott. Die Fans reagierten sen­sibel, schließ­lich ver­spricht der Ver­eine eine wohl­tä­tige Aktion. Der FC Bayern rechnet mit 20 000 Läu­fern, das sind 600.000 Euro an Ein­nahmen. Orga­ni­sa­tionen, die Spenden sam­meln, müssen höchste ethi­sche Stan­dards ein­halten. Auf den Seiten des Fan­Runs ist bis auf den Hin­weis auf die Bild-Spen­den­kam­pagne kein Zer­ti­fikat zu finden, dass als Nach­weis für Serio­sität dienen könnte. Auch ein Hin­weis darauf, was mit dem Geld pas­sieren soll, fehlt.

Das ist die ent­schei­dende Frage, die bis­lang nicht anständig geklärt ist. Ralf Nagel, einer der Geschäfts­führer, ant­wor­tete Spiegel Online: Nach Abzug der Event­kosten werden die Ein­nahmen aus Spenden und Start­gel­dern voll­ständig an Flücht­lings­pro­jekte gegeben.“

Soll es noch wei­tere Fan­Runs“ geben?

Für Helm­schrott ist das zu dünn. Wie hoch sind die Kosten? Welche Pro­jekte werden geför­dert? Wel­cher Betrag bleibt am Ende als Spende übrig? Die Recherche ging weiter. Es wird klar, dass auch die Web­seiten bvb​-fanrun​.de, s04​-fanrun​.de und em2016​-fanrun​.de schon regis­triert sind. Von wem, ist noch unge­klärt. Planen die Ver­an­stalter also einen groß insze­nierten Beginn ihrer Lauf­serie in Mün­chen, um anschlie­ßend wei­tere Läufe zu ver­an­stalten? Gut mög­lich.

Eine Ant­wort auf diese und wei­tere Fragen gab der Ver­an­stalter des Fan­Runs“ bis­lang nicht. Durch Helm­schrotts Ergeb­nisse aber wurde aus dem FanRun“ ein zwei­fel­haftes Spen­den­pro­jekt.

Kritik des Fan­ver­bands

Der FC Bayern hätte auch selbst einen Lauf orga­ni­sieren können“, sagt Helm­schrott, mit seiner medialen Reich­weite hätte es der Klub geschafft, seine Fans zum Teil­nehmen zu ani­mieren.“ So bleibt der Ver­dacht bestehen, dass eine Firma mit dem Spen­den­lauf Geld ver­dienen möchte.

Unter­dessen mel­deten sich wei­tere Stimmen zu Wort: Die größte Münchner Fan­or­ga­ni­sa­tion, der Club Nr. 12“, for­derte die Fans auf, an dem Lauf nicht teil­zu­nehmen. Auch die Bitte des Ver­eins, bei dem Lauf als Stre­cken­posten zu helfen, lehnte der Fan­ver­band ab.

Auch 11FREUNDE schickte eine Liste mit Fragen an den FC Bayern. Sie ist bisher unbe­ant­wortet. Viel­leicht bleibt der Lauf aber ohnehin unbe­deu­tend: Auf Face­book haben bis­lang 24 Läufer ihre Zusage ange­kün­digt.