Das sind die Regeländerungen für die kommende Saison

Handspiel und Freistoßmauer

Neue Regel: Tore, die mit der Hand erzielt werden, sind ungültig.

Was ändert sich? Man sollte meinen, dass diese Vorschrift die fundamentalste aller Fußballregeln ist. Eine Regel, die der stolze Papa seinem sechs Monate alten Filius im Wohnzimmer beim Spielen mit dem Mini-Filzball zu erklären versucht, obwohl jener nicht mal stehen kann. Doch weit gefehlt: Wenn der Ball unabsichtlich mit der Hand über die Linie bugsiert wird, zählte das Tor – bis jetzt. Nun reicht es schon, wenn der Spieler mit Hand oder Arm in Ballbesitz gelangt und in direkter Folge zu einem erfolgreichen Torabschluss kommt, damit es aberkannt wird – selbst dann, wenn die Hand den Ball nur leicht und unabsichtlich berührt.

...und wie wirkt sich das aus? Tore wie dieses hier >>> sind von nun an irregulär.

Neue Regel: Ein Handspiel muss absichtlich sein.

Was ändert sich? Handspiel ist, wenn der Spieler den Ball aus Absicht mit Hand oder Arm berührt. Zur Absicht gehört aber auch: Eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche mit den Armen oder, genauer: Wenn sich der Arm über der Schulter befindet und dann den Ball berührt. Immerhin: Unabsichtliches Handspiel, das durch Schüsse aus kürzester Distanz entsteht, darf nun nicht mehr abgepfiffen werden (außer der Verteidiger fuchtelt seine Arme »unnatürlich« durch die Lüfte). Auch beim Fallen oder einer Grätsche ist das Berühren des Balles bei einer Abstützbewegung von nun an legitimiert.

...und wie wirkt sich das aus? Die Handspielthematik wird trotz der Änderungen in der neuen Saison ein Streitthema bleiben. Zugegeben: Zu Teilen bessert der neue Katalog die vorhandenen Probleme aus. Doch die Frage nach klaren Abgrenzungen bleibt: Was ist eine unnatürliche Handhaltung und was nicht? Positiv: Bei konsequenter Regelumsetzung wird dem Handabschießen aus kürzester Entfernung, um Elfmeter zu schinden, ein Riegel vorgeschoben.

Neue Regel: Gegner müssen zur Mauer einen Abstand von einem Meter halten.

Was ändert sich? Bisher tummelten sich Freund und Feind gemeinsam in der Mauer, in der, für den Schiedsrichter oft unersichtlich, geschubst, gekniffen und gedrängt wurde.

...und wie wirkt sich das aus? Nervige taktische Kniffe, mit denen dem Torwart die Sicht genommen oder die Mauer verschoben werden soll, gibt es nicht mehr. Die Konzentration liegt einzig und allein auf den Schützen, den hechtenden Torwart und der Flugkurve des Balles, der hin und wieder zauberhaft schön in den Giebel schwebt.