Art­joms Rud­nevs
Art­joms Rud­nevs und der HSV, das ist eine wahr­lich wech­sel­hafte Bezie­hung. Als Hoff­nungs­träger geholt und prompt mit dem schönsten Lied der jün­geren Fuß­ball­ge­schichte bedacht, wurde der Lette voriges Jahr zum Kon­kur­renten nach Han­nover abge­schoben, nur um vor dieser Saison heim­zu­kehren und auf der Bank zu sitzen. Nun wurde der ein­ge­wech­selte Rud­nevs unver­hofft zum Der­by­held, als er einen weiten Ein­wurf von Ashton Götz räudig über die Linie ulf­kirs­tete und so ein 2:0 ein­lei­tete, das so offen­sicht­lich eigent­lich ein 0:0 war, dass man das Ergebnis zum Outing ermu­tigen sollte, schließ­lich leben wir in einer tole­ranten Gesell­schaft. Rud­nevs indes wird das alles egal sein, er bewies einmal mehr, dass er eben weiß, wo ein Stürmer zu stehen hat. Und es heißt schließ­lich nicht umsonst: Das Rudne muss ins Eckige.

Raphael Wolf
Für Fuß­bal­l­äs­theten war das Nord­derby sicher­lich nichts, eher für Fuß­ball­hasser, die nach Argu­menten suchen, warum dieser Sport eigent­lich total kacke ist. Da passt es ins Bild, dass Bre­mens Keeper Raphael Wolf fröh­lich beim nor­di­schen Niveau-Limbo mit­spielte und gegen Ende sogar noch den Haupt­preis zog, als er sich einen Pfos­ten­schuss von Tolgay Arslan – eben­falls ein heißer Anwärter auf den Limbo-Gesamt­sieg – selber über die Linie fin­gerte. War letzt­lich egal, es war ohnehin kaum noch Zeit auf der Uhr. Den­noch aber war die Aktion so unglück­lich, dass irgendwo in Düs­sel­dorf Oli Reck zum Patentamt ging, um sich mit einem erleich­terten Grinsen den Namen Pannen-Raphael“ schützen zu lassen. Man weiß ja nie.

Marco Reus
Apropos Unglück: Wenn Marco Reus noch mehr Pech hätte, könnte ihn Disney als Donald-Duck-Ersatz enga­gieren. Nachdem der der­zeit wahr­schein­lich beste deut­sche Fuß­baller ver­let­zungs­be­dingt die WM ver­passte und mit einem Außen­band­riss und Kno­chen­ödem in die neue Saison gestartet war, stand er gegen Pader­born nun end­lich wieder auf dem Platz, besorgte das 2:0 – und wurde dann von Marvin Bak­a­lorz derart übel umge­grätscht, dass die Dort­munder Mann­schafts­ärzte Gerüchten zufolge den Pader­borner Rasen immer noch nach Sprung­ge­lenks­split­tern von Reus durch­kämmen. Wir wün­schen an dieser Stelle alles Gute und eine schnelle Gene­sung.

Marvin Bak­a­lorz
Bereits vor einigen Wochen flog Pader­borns Marvin Bak­a­lorz mit einer Roten vom Platz, nachdem er sich bei Lever­ku­sens Wen­dell ein wei­teres Sprung­ge­lenk für seine Samm­lung ergrätscht hatte. An diesem Samstag kam er um den fäl­ligen Platz­ver­weis herum, aus uns nicht ersicht­li­chen Gründen, schließ­lich hatte Bak­a­lorz Marco Reus derart grob aus den Schuhen gekloppt, dass man meinen konnte, Reus‘ Sprung­ge­lenk habe vorher Bak­a­lorz Mutter belei­digt. Wir wissen ja nicht, ob Sprung­ge­lenke Angst emp­finden können, aber falls das so ist, dürfte die Tat­sache, dass Bak­a­lorz nach seiner Aktion auf dem Feld bleiben durfte, für Panik unter sämt­li­chen noch intakten Sprung­ge­lenken auf dem Feld gesorgt haben.

Lukas Rupp
Für ein kleines Schman­kerl sorgte im Spiel gegen Dort­mund Pader­borns Lukas Rupp. Beim Stand von 0:2 kam Rupp an den Ball, wackelte mit einer flie­ßenden Bewe­gung seiner Hüfte zwei Dort­munder aus und schob den Ball lässig zum Anschluss­treffer ins Eck. Eine Bewe­gung, so schön, dass sich die Dort­munder Innen­ver­tei­diger nach Rupps Aktion gemeinsam zum Paar­tanz-Kurs ange­meldet haben, weil ihnen der Rupp­sche Walzer so viel Spaß gemacht hat.