Wie sähe das Anfor­de­rungs­profil eines neuen Trainer beim 1. FC Kai­sers­lau­tern eigent­lich aus? Man sollte die Fuß­ball-Phi­lo­so­phie des FCK auf dem Platz erkennen“, umschrieb Patrick Banf, der neue starke Mann am Bet­zen­berg. Banf wurde vor einem Jahr zum Auf­sichts­rats­vor­sit­zenden gewählt und mode­riert aktuell den nächsten Trai­ner­wechsel in Kai­sers­lau­tern. Aber wie sieht die gesuchte Fuß­ball-Phi­lo­so­phie des FCK eigent­lich aus? Darauf hat Banf keine Ant­wort mit­ge­lie­fert.

Sehn­sucht nach dem Betze-Fuß­ball

Die bit­tere Wahr­heit ist: Am Betze wird schon seit Jahren nicht mehr für eine eigen­stän­dige Phi­lo­so­phie gear­beitet, son­dern nur noch für den Moment. Wohl jeder ein­ge­fleischte FCK-Fan würde Kampf­geist“ und Druck ent­wi­ckeln“ als Eigen­schaften des früher mal berüch­tigten Betze-Fuß­balls“ nennen. Aber alle ver­pflich­teten Trainer der letzten Jahre ver­kör­perten nicht diese Art von Fuß­ball, son­dern etwas anderes, irgendwo zwi­schen Laptop und den Acht­zi­gern, meist mit eher defen­siver, teils ängst­li­cher Grund­hal­tung. Keine Betze-Power eben, nach der sich die Fans so sehnen.

Weil Vor­gänger Jeff Strasser plötz­lich erkrankte, wurde Anfang 2018 mit Michael Front­zeck schon der siebte FCK-Chef­trainer seit dem Bun­des­liga-Abstieg 2012 instal­liert. Er führte ein abge­schla­genes Team mit drei Siegen zum Start wieder an die Nicht­ab­stiegs­plätze heran (drei Punkte Rück­stand am 21. Februar), musste dann aber doch im April den demü­ti­genden Abstieg in die 3. Liga quit­tieren.

Auf Auf­bruch folgt Kater

Trotzdem wurde Front­zeck der Neu­aufbau zuge­traut, ver­bunden mit dem unmiss­ver­ständ­li­chen Sai­son­ziel: Sofor­tiger Wie­der­auf­stieg! Die FCK-Ver­ant­wort­li­chen gingen in Vor­leis­tung, finan­zierten auf Pump“ (O‑Ton Auf­sichtsrat Banf) eine der teu­ersten Mann­schaften der 3. Liga, stellten nach dem Abstieg einen neu aus­ba­lan­cierten Kader auf die Beine. Und auch die Fans gaben noch mal ihre ganze Energie: 92 Pro­zent stimmten Anfang Juni schweren Her­zens, aber voller Hoff­nung, für die Aus­glie­de­rung der Lizenz­spie­lerab­tei­lung – zusätz­li­ches Geld sollte dem FCK die Rück­kehr nach oben erleich­tern, hofften sie. 1.500 Zuschauer kamen zum Trai­nings­auf­takt auf einem Neben­platz, sagen­hafte 40.000 zum Sai­son­start im Fritz-Walter-Sta­dion, 7.000 reisten zum ersten Aus­wärts­spiel beim Dorf­klub“ in Groß­as­pach mit.

Und drei Wochen später war die ganze Auf­bruch­stim­mung schon wieder ver­pufft. Nach vier Spiel­tagen hatte der haus­hohe Auf­stiegs­fa­vorit erst einen Sieg ein­ge­fahren und teils desas­tröse Leis­tungen gezeigt. Die Fragen, ob Michael Front­zeck noch der Rich­tige sei, wurden erst­mals lauter, auch weil sich erkenn­bare Fehler aus der Abstiegs­rück­runde schon im August wieder offen­barten. Der Trainer reagierte dünn­häutig, sorgte mit hane­bü­chenen Aus­sagen wie Taktik gewinnt keine Spiele“ für Kopf­schüt­teln und lie­ferte sich über Wochen hinweg eine pein­liche Fehde mit einem kri­ti­schen Kicker“-Reporter. Immer wieder nannte Front­zeck die vielen neuen Spieler als Argu­ment.