Seite 2: Ein Pony unter Araberhengsten

Unter José Mour­inho fiel ihm der Start in Spa­nien schwer, der Trainer blickte skep­tisch auf diesen Hänf­ling, der die Geschicke der teu­ersten Mann­schaft der Welt lenken sollte. Aber Modric hatte schon ganz andere Steine aus seinen Lebensweg geräumt. Bos­nien und soweiter.

Auch bei Real wuchs er mit der Zeit in seine natür­liche Rolle hinein: die des Anfüh­rers. Unter Carlo Ance­lotti und nun Zine­dine Zidane gibt er den Chef in Reals Mit­tel­feld.

Bei jedem Sprint weht seine wilde Mähne

Dabei haben ihm seine Mit­spieler einen Spitz­namen gegeben, der so gar nicht zu einer Füh­rungs­kraft passen will: Sie nennen Modric el pony“, das Pony. Wegen seiner gedrun­genen Statur von nur 1,72 Meter und seinen langen Haaren, die bei jedem Sprint wehen wie eine wilde Mähne.

Um die 35 Mil­lionen Euro hat Real Madrid 2012 für Modric nach London über­wiesen. Gemessen an den knapp 200 Mil­lionen Euro, die allein Cris­tiano Ronaldo und Gareth Bale gekostet haben, wirkt Modric tat­säch­lich wie ein Pony unter Ara­ber­hengsten. Nur galop­piert Reals Herde genau wie die der Kroaten nach dem Takt des Ponys.

Fest­ge­schrie­bene Ablö­se­summe von 500 Mil­lionen Euro

Privat lebt Modric ein uner­hört unauf­ge­regtes Leben, gemessen an seinem Ein­kommen von 5,6 Mil­lionen Euro pro Jahr und einer fest­ge­schrie­benen Ablö­se­summe von 500 Mil­lionen Euro.

Am liebsten ver­bringt er Zeit zu Hause, bei seiner Frau und den zwei Kin­dern. Ein leiser Fami­li­en­mensch ist er. Sein Vater hatte einst im Krieg unter größten Anstren­gungen umge­rechnet 500 D‑Mark auf­ge­trieben, um dem Sohn die Teil­nahme an einem Fuß­ball­camp zu ermög­li­chen, bei dem neue Talente gesichtet werden sollten.

Was damals noch nie­mand wusste: Es war das wohl best­an­ge­legte Geld in der Geschichte des kroa­ti­schen Fuß­balls.