Seite 3: „Er stünde ab der ersten Sekunde unter Druck, Trophäen zu gewinnen“

Klopps Manager Kosicke spielt dieses Spiel bereits mit. Er hatte im Juni in einem Inter­view die Pre­mier League gepriesen, gleich­zeitig aber auch auf die Vor­züge des deut­schen Manage­ment-System hin­ge­wiesen. Man kann ihm das auch als Arbeits­be­din­gung für seinen Schütz­ling Klopp aus­legen. An diesem Punkt würde sich zeigen, ob der Liver­pool FC wirk­lich bereit ist, sich mit Klopp zu iden­ti­fi­zieren“, sagen sowohl der ESPN-Jour­na­list Whalley als auch Fan­blogger Chomyn. Sie ver­muten, dass unter Klopp das Trans­fer­ko­mitee wieder abge­schafft werden würde und dafür ein Sport­di­rektor ein­ge­setzt wird. Ein Modell, das nach Bun­des­liga klingt.

Was Klopp nicht bekommen würde, ist Zeit. Egal ob er, Ance­lotti, oder ein anderer Trainer werden sollte, die Fans sehnen sich nach Erfolgen. Fünf Jahre, um den Klub wie den BVB ins Cham­pions-League-Finale zu bringen, gäbe es nicht. Er stünde ab der ersten Sekunde unter Druck, Tro­phäen zu gewinnen“, sagt Mike Whalley. Das wäre das große Ver­spre­chen, mit dem er antritt.

Die Klub­füh­rung sollte es sich sehr gut über­legen, wie sie es anstellen will“

Wenn er es denn so schnell macht. Die schärfsten Rod­gers-Kri­tiker for­dern seit langem seinen Raus­schmiss, die gemä­ßig­teren sehen das Derby am Sonntag als vor­erst letzte Chance. Aber: Klopp hat sich selbst eine Aus­zeit ver­schrieben, ebenso hat Carlo Ance­lotti nach eigener Aus­sage frü­hes­tens im Dezember wieder Lust auf seinen Job. Die Klub­füh­rung sollte es sich sehr gut über­legen, wie sie es anstellen will“, sagt Mike Whalley.

Klopp hin­gegen hat eine kom­for­table Situa­tion. Nicht nur in Liver­pool deutet sich eine Job­mög­lich­keit an, auch Arse­nals Trainer Arsene Wenger ist nach jüngsten Pleite gegen Piräus nicht mehr unum­stritten. Pep Guar­diola hat auch noch nicht gesagt, wo er nächste Saison trai­nieren möchte.

Liver­pool scheint aber der Klopp-Favorit zu sein. Gut mög­lich, dass Rod­gers noch weiter durch­ge­schleift wird, bis hinter den Kulissen die Details ver­han­delt sind. Klopp wird sich dazu nicht äußern. Er hat zu viel Stil, als einen Trai­ner­kol­legen öffent­lich in Bedrängnis zu bringen. Mit den Liver­pool-Gerüchten habe er nichts zu tun, sagte er der Bild“. Aber was heißt das im Fuß­ball­ge­schäft schon?