Um die Liver­pooler Sehn­sucht nach einem neuen Trainer zu begreifen, reicht ein Blick auf Twitter: Unter #KloppfortheKop tru­deln fast sekünd­lich neue Bekun­dungen frus­trierter LFC-Fans ein. Besser heute als morgen soll Jürgen Klopp vor ihrem Kop, der legen­dären Liver­pooler Steh­tri­büne, mit ihnen feiern. Aus Spaß hatte vor kurzem ein User ange­regt, sich beim nächsten Heim­spiel als Jürgen Klopp zu ver­kleiden.

Doch aus den Blö­de­leien und dem übli­chen Gerüch­te­bro­deln wird langsam mehr. Das Gespenst von Jürgen Klopp über Brendan Rod­gers ist größer als je zuvor“, schrieb vor kurzem die seriöse Tages­zei­tung Times“ und befeu­erte den Hype, der seit Klopps‘ Ankün­di­gung, den BVB zu ver­lassen, Liver­pool elek­tri­siert. Es scheint, als hinge der Job von Brendan Rod­gers nur noch daran, ob Klopp den Daumen für ein Enga­ge­ment hebt oder senkt.

Doch wie gut passt Klopp an die Anfield Road?

Die Sehn­sucht nach ihm speist sich vor allem aus dem Über­druss an Brendan Rod­gers. Gerade läuft die vierte Saison für Rod­gers, und wohl auch seine letzte. Bei seinem Amts­an­tritt sagte er Judge me after three years“, beur­teilt mich nach drei Jahren. Dieses Zitat kramen die Fans nun immer dann genüss­lich hervor, wenn Liver­pool mal wieder ver­liert. Oder sie zählen die von Rod­gers gesam­melten Tro­phäen auf: 0.

Zwar schrammte er 2014 nur hauch­dünn am Titel vorbei, das anfäng­liche Gefühl der Fans aber, dass Rod­gers ein Team mit Per­spek­tive auf­baut, ging spä­testes mit dem Suarez-Abgang nach der Saison 2014 ver­loren. Er hat mehr Geld aus­ge­geben als Jose Mour­inho seit seiner Rück­kehr zu Chelsea. Trotzdem erhielt er vor der Saison Rücken­de­ckung. Sein Ver­trag wurde im ver­gan­genen Jahr bis 2018 ver­län­gert, der Statt­halter des US-ame­ri­ka­ni­schen Besit­zers Mike Gordon und Liver­pools Geschäfts­führer Ian Ayre stehen noch hinter ihm. Doch man hört auch, dass Tom Werner, eine wei­terer der Klub­be­sitzer, skep­ti­scher zu sein scheint.