Herr Preetz, Sie sind als Spieler und Manager viel her­um­ge­kommen. In wel­chem Sta­dion haben Sie sich am wohlsten gefühlt?
Das kann ich pau­schal so nicht beant­worten. Aber seit die Sta­dien in Deutsch­land im Zuge der WM 2006 um- und neu­ge­baut wurden, bietet die Bun­des­liga euro­pa­weit die besten Rah­men­be­din­gungen. Das liegt in erster Linie daran, dass es reine Fuß­ball­arenen sind, in denen die Atmo­sphäre vom Spiel­feld direkt auf die Zuschauer hin­über­schwappt.

Anders als in Her­thas Heim­spiel­stätte, wollen Sie sagen.
Das Olym­pia­sta­dion hat sich für die großen natio­nalen und inter­na­tio­nalen High­lights bewährt. Wann immer es picke­packe voll ist, ent­faltet sich eine tolle Atmo­sphäre, die aber übri­gens auch dann nicht an die reinen Fuß­ball­sta­dien in dieser Größe her­an­reicht. Wenn es ganz leer ist, ist das Sta­dion archi­tek­to­nisch wun­derbar anzu­schauen – ein Zeugnis der Zeit­ge­schichte. Für alles zwi­schen ganz voll und ganz leer eignet sich das Olym­pia­sta­dion aber nicht. Und weil das auch für unsere Bedürf­nisse, für den Bun­des­li­gaalltag von Hertha BSC, der Fall ist, wollen wir in einer reinen Fuß­ball­arena spielen. Jeder Fan wird das ver­stehen.

Warum ver­su­chen Sie nicht lieber, das Olym­pia­sta­dion dau­er­haft voll zu bekommen?
Das wurde in den letzten Jahren und Jahr­zehnten ver­sucht – mit über­schau­barem Erfolg. Das Sta­dion ist für den Bun­des­li­gaalltag ein­fach zu groß. Ein Fas­sungs­ver­mögen von rund 50.000 Zuschauern und steil, nah, laut – so wie wir es planen – wäre für uns optimal. Des­wegen ist auch ein umge­bautes Olym­pia­sta­dion für uns keine Option.

Auf diesen Kom­pro­miss, den der Ber­liner Senat vor­ge­schlagen hat, würden Sie sich nicht ein­lassen?
Neben dem Argu­ment, dass für einen Umbau ein drei­stel­liger Mil­lio­nen­be­trag an Steu­er­gel­dern benö­tigt werden würde, können wir uns nicht vor­stellen, wie das funk­tio­nieren soll – selbst wenn es abge­senkt wird, die Lauf­bahn ver­schwindet und nur bei Bedarf wieder ein­ge­zogen wird. Wir glauben nicht, dass es mög­lich ist, durch einen Umbau eine solche Atmo­sphäre her­zu­stellen, wie wir sie brau­chen. Das Olym­pia­sta­dion kann man nicht steiler und kom­pakter bekommen.

Aber für die großen Spiele gegen Bayern oder Dort­mund würden Sie weiter das Olym­pia­sta­dion nutzen?
Auch das halte ich für logis­tisch nicht umsetzbar.

Spüren Sie so etwas wie eine Ver­ant­wor­tung für das Olym­pia­sta­dion?
Immerhin sind Sie seit vielen Jahren der Haupt­mieter. Unsere Ver­ant­wor­tung ist es, bis 2025 unseren Zah­lungs­fristen nach­zu­kommen, das werden wir defi­nitiv tun. Aber wir ver­stehen auch die Sorgen des Senats und haben des­halb ange­boten, aktiv an den Plänen einer Nach­nut­zung des Olym­pia­sta­dions und des gesamten Geländes mit­zu­ar­beiten.

Die Ver­hand­lungen für einen Sta­di­on­neubau im Olym­pia­park laufen seit Juli ver­gan­genen Jahres. Fühlen Sie sich vom Senat fair behan­delt?
Nach all dem, was ich höre, herrscht da eine ziel­füh­rende und kon­struk­tive Atmo­sphäre. Natür­lich treffen zwei Par­teien auf­ein­ander, die unter­schied­liche Ziele haben. Die Her­aus­for­de­rung ist es, einen gemein­samen Weg zu finden. Zuletzt gab es eine deut­liche Bewe­gung von­seiten des Sena­tors für Inneres und Sport, Andreas Geisel, der beide Vari­anten für tech­nisch umsetzbar hält.

Garan­tieren Sie, dass Hertha einen Neubau ohne staat­liche Hilfe finan­zieren kann?
Wir sagen ganz klar, dass die neue Arena rein privat finan­ziert wird. Wir als Verein sind dann gefragt, die Mittel bereit­zu­stellen. Heute gibt es noch keinen fer­tigen Finan­zie­rungs­plan, aber wir haben Ideen und natür­lich Vor­ge­spräche geführt. Es soll ein Bau­stein­system werden, mit dem wir die Kosten stemmen wollen.