Seite 2: Das Puzzlestück zur vollkommenen Harmonie

Von her­aus­ra­gender Bedeu­tung waren seine Defen­si­vqua­li­täten bei den Spielen in der Champions-League‑K.O.-Runde 2013, beson­ders beim Rück­spiel gegen Juventus, in beiden Spielen gegen Bar­ce­lona und im Finale gegen den BVB. Heynckes lag richtig, Mar­tínez war das letzte benö­tigte Puz­zle­stück zur voll­kom­menen Har­monie auf dem Spiel­feld und der Erfolg im Wem­bley die daraus resul­tie­rende logi­sche Kon­se­quenz.

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Javi Mar­tínez prä­sen­tiert den Bay­er­fans auf der Tri­büne die Cham­pions-League-Tro­phäe.

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In keiner Spiel­zeit des FC Bayern absol­vierte Javi Mar­tínez so viele Par­tien wie in seiner ersten unter Jupp Heynckes. Auch Pep Guar­diola setzte auf den bas­ki­schen Abräumer, stellte ihn nach seiner Sprung­ge­lenks­ver­let­zung aber bevor­zugt als Ver­tei­diger auf. In der Saison 2014/2015 setzte Mar­tínez ein Kreuz­band­riss außer Gefecht, wes­wegen er in der gesamten Spiel­zeit nur dreimal auf dem Feld stand. Nach seiner Rekon­va­les­zenz agierte er dann nahezu aus­schließ­lich als Innen­ver­tei­diger. Guar­diola nahm seinem spa­ni­schen Lands­mann damit dessen aller­größte Stärke: die Anti­zi­pa­tion.

Mar­tínez war wie kein zweiter Sechser in der Lage, das Spiel zu lesen. Er erahnte bereits wenige Sekunden vor dem pass­spie­lenden Gegner, wohin dieser den Ball gleich beför­dern würde. Mar­tínez war zur Stelle, fing den Ball ab, not­falls mit einer fein­jus­tierten Grät­sche. In Win­des­eile rich­tete er sich auf, drehte sich, über­blickte das Spiel­feld und lei­tete den Ball unver­züg­lich zu Arjen Robben oder Franck Ribéry weiter. Seine Fähig­keit zur men­talen Vor­weg­nahme der geg­ne­ri­schen Spiel­züge machte seine Geschwin­dig­keits­mängel nicht nur wett, er konnte dank dieser Gabe sogar Tempo ins Spiel bringen. In der Ver­tei­di­gung waren diese Qua­li­täten jedoch nicht gefragt. Erst 2018 wurde er wieder regel­mäßig auf seiner Stamm­po­si­tion im Mit­tel­feld ein­ge­setzt.