1. Weites Weiss­russ­land
Vier Tage, vier Gegen­tore, 78 Stunden Zug­fahrt: so die Bilanz der Fans von Mün­chen 1860 nach dem 0:4 ihrer Mann­schaft bei BATE Bor­isow. Erst ein Fahr­werk­wechsel am Zug, dann eine ein­deu­tige Anwei­sung der Polizei („Nicht bumsen!“), schließ­lich eine unge­dul­dige Schaff­nerin, die eine Mit­rei­sende mit einem gezielten Tritt auf den Bahn­steig beför­derte: Komi­scher­weise hatten die Löwen-Anhänger danach immer noch nicht genug vom Fuß­ball. Kaum zurück in Mün­chen, fuhren sie zum Spiel der eigenen Ama­teure.

2. Unter den Augen der Stasi
Ein Herr will in ein ver­nünf­tiges Huhn rein­kra­chen“. Was sonst Tier­schützer auf den Plan rufen würde, war in diesem Fall die Abend­pla­nung eines nament­lich nicht genannten HSV-Spie­lers – pro­to­kol­liert von der Stasi 1982 anläss­lich des Lan­des­meis­ter­spiels bei Dynamo Berlin. Sogar ein Zaun­gast geriet ins Visier der DDR-Staats­macht. Rasen 20“ nannten die Spitzel jenen Mann, der nicht nur im Westen gewisse Popu­la­rität genoss: Franz Becken­bauer.

3. Nebel in Wien
Geschla­gene 40 Minuten kreisten die Spieler von Ein­tracht Braun­schweig 1967 in ihrer Char­ter­ma­schine über dem Wiener Flug­hafen. Dann ris­kierte der Pilot bei dichtem Nebel die Lan­dung, ver­fehlte aber die Roll­bahn – das Flug­zeug stoppte erst auf einer Wiese. Die krei­de­blei­chen Spieler ver­langten für die Rück­reise nach dem Match bei Rapid einen Lini­en­flug.

4. Aser­bai­dscha­ni­sche Sitten
Für das Spiel bei Qua­rabag Agdam orga­ni­sierten 186 Dort­munder Fans eigen­händig ein Flug­zeug, um ihren Klub 3500 Kilo­meter fern der Heimat zu unter­stützen. Auf­re­gung gab es vor Ort bei der Taschen­kon­trolle, als einem Fan ein T‑Shirt abge­nommen wurde. Für die Rück­gabe for­derte der Grenzer 30 Euro oder ein Parfum aus dem Duty Free Shop.

5. Die­bi­sche Hertha
Helle Auf­re­gung vor dem UEFA-Pokal-Spiel Viking Sta­vanger gegen Hertha BSC: Einige Hertha-Fans hatten sämt­liche Tri­kots der Nor­weger aus den Sta­di­on­ka­ta­komben gestohlen. Erst kurz vor Anpfiff und dank des Ein­satzes von Manager Dieter Hoeneß wurden die Leib­chen zurück­ge­geben.

6. Schalker Irr­fahrt
Wegen eines Streiks am lokalen Flug­hafen wollte ein Grüpp­chen Schalker Fans 2008 von Paris aus zum Cham­pions-League-Spiel nach Porto fliegen. Doch auch das gestal­tete sich schwierig: Zunächst bekamen sie keinen Zug, dann ver­passten sie ihre Mit­fahr­ge­le­gen­heit. Schließ­lich fuhr der Tross mit dem Taxi von Kre­feld nach Bel­gien, um von dort zum Pariser Flug­hafen mit­ge­nommen zu werden. Ende gut, alles gut: Den Anpfiff erlebten sie pünkt­lich im Sta­dion.

7. Früh­schicht in Malmö
Aus poli­ti­schen Gründen fand das Match zwi­schen den Glasgow Ran­gers und Vor­wärts Berlin in Schweden statt, wurde jedoch nach 45 Minuten wegen Nebels abge­bro­chen. Der Rück­flug der Ran­gers war auf 17 Uhr des Fol­ge­tages ange­setzt, wes­halb sich beide Teams spontan auf eine Neu­an­set­zung am nächsten Morgen um zehn einigten. Zuschauer: 1781.

8. Hosen runter in Litauen
Sein berühmt-berüch­tigter Strip hätte Frank­furts Kultfan Man­fred Adi“ Adel­mann einmal fast ins Gefängnis gebracht. Als der Poli­zei­chef von Vil­nius bei einem UI-Cup-Spiel der Ein­tracht 1995 die Bilder im Fern­sehen sah, ord­nete er über Telefon Adel­manns umge­hende Ver­haf­tung an. Das Flehen der Frank­furter Fans, eine bit­ter­lich wei­nende Rei­se­lei­terin und 100 Mark Kau­tion ret­teten ihm schließ­lich die Frei­heit.

9. Über den Berg nach Athen
Als es Lok Leipzig 1987 ins Euro­po­kal­end­spiel der Pokal­sieger schaffte, durften sich 1000 Pri­vi­le­gierte aus Leipzig auf eine zwei­ein­halb­tä­gige Zug­reise zum Finalort Athen begeben. Eine beschwer­liche Tour, so musste in Jugo­sla­wien eine Lok ange­hängt werden, damit der Zug über­haupt über die Berge kam. Immerhin: Bei der Rück­reise sollen nur“ vier Per­sonen gefehlt haben.

10. Euro­pa­pokal selbst­ge­macht
Einmal in Europa spielen, sagten sich die Anhänger von Darm­stadt 98 letzte Saison und erklärten die Regio­nal­li­ga­partie in Mem­mingen kur­zer­hand zum Euro­pa­po­kal­spiel. Das ging so weit, dass einige von ihnen per Bil­lig­flieger von Frank­furt über Bar­ce­lona anreisten.