Seite 2: „Was anderes, als meinem Job nachzugehen“

Vorher lief es für große Teile der Saison weniger gut. Wie sehr nimmt einem der Druck im Abstiegs­kampf manchmal die Freude am Fuß­ball?

Wenn es nicht läuft, macht die Gesamt­si­tua­tion keinen Spaß. Aber das gehört zum Fuß­ball dazu, da musst du dich raus­kämpfen. In sol­chen Situa­tionen merkst du, dass Fuß­ball­profi ein Job ist.

Gegen Fürth und Bochum konnten Sie in den letzten zwei Sai­son­spielen also befreiter auf­spielen. 

Klar, aber wir hatten immer noch ein Ziel: die beste Rück­run­den­mann­schaft der Liga zu werden. Letzter nach der Hin­runde und Platz eins in der Rück­run­den­ta­belle, das hat es noch nicht gegeben. 

Jetzt geht es in den Urlaub. Erstmal nach Hause und mit den alten Kol­legen kicken, so ganz ohne Druck?

Ich fahre auf jeden Fall zu meinen Eltern, aller­dings wäre es viel­leicht gut, mal eine Woche lang nichts zu machen. (lacht) Aber in der Soccer Halle oder bei gutem Wetter im Garten bei dem einen oder anderen Kumpel muss das schon sein. Das macht ein­fach Laune.

Was macht diese Laune“ für Sie aus?

Der pure Spaß am Spiel. Wenn ich mit meinen Freunden auf dem Bolz­platz kicke, ist es was anderes, als meinem Job nach­zu­gehen. Natür­lich bin ich glück­lich als Profi, viele andere träumen von meinem Beruf. Aber mit den Jungs auf dem glei­chen Platz wie früher, nebenan die alte Schule, das ist ein anderes Gefühl. Da kommen schöne Erin­ne­rungen hoch, du fühlst dich wie mit zehn oder zwölf: Nach der Schule hin, mit den anderen treffen und los geht’s.

Wollen Sie nach der aktiven Kar­riere auch dort wieder die Fuß­ball­schuhe schnüren?

Zu Hause beim MTSV Aerzen mit den alten Kum­pels in einer Alt­herren-Liga zu kicken, da hätte ich richtig Lust drauf. Aber bis dahin habe ich ja noch ein paar Jahre im Pro­fi­fuß­ball.