Seite 2: Welche Vorteile Pochettino mitbringt

Im Gegen­satz zu seinem Vor­gänger Thomas Tuchel bringt Mau­ricio Pochet­tino schon einmal einen rie­sigen Vor­teil mit – und der hängt mit der Person zusammen, die ihn geholt hat: Er wurde von Leo­nardo aus­ge­wählt, was eine gute Sache ist und was bei Tuchel nicht der Fall war“, sagte der fran­zö­si­sche Ex-Welt­meister Frank Leboeuf bei ESPN FC. Leboeuf sieht zudem einen großen Vor­teil in der Tat­sache, dass Pochet­tino spa­nisch spricht: Das ist ein großes Plus in der Umklei­de­ka­bine, das kann ich bestä­tigen!“ Und da dürfte Leboeuf vor allem im Fall von PSG nicht daneben liegen: Leandro Paredes, Ander Her­rera, Juan Bernat, Keylor Navas, Pablo Sarabia, Ángel Di Maria, Mauro Icardi. Die Liste der spa­nisch­spra­chigen Leis­tungs­träger bei den Haupt­städ­tern ist lang.

Was eben­falls für den Coach aus Argen­ti­nien spricht: Pochet­tino kennt den Klub bereits: Zwi­schen 2001 und 2003 war er Spieler bei PSG, führte die Haupt­städter sogar als Kapitän an. Er sei froh, diese Bezie­hung“ wieder neu auf­leben zu lassen, sagte er bei seiner Vor­stel­lung. 

Aber was waren die Gründe dafür, dass PSG und Pochet­tino nun erneut zusam­men­kamen?
Pochet­tino selbst sprach von wun­der­baren Erin­ne­rungen“ an seine Zeit bei PSG – und klar, die Tat­sache, dass er Stall­ge­ruch hat, ist ein Vor­teil gegen­über anderen mög­li­chen Kan­di­daten gewesen. Sein Ver­trag ist bis zum 30. Juni 2022 datiert, mit einer Option auf eine ein­jäh­rige Ver­län­ge­rung. Die ver­gleichs­weise kurze Ver­trags­länge sagt aber auch aus: Es geht dem Verein hier um prompten Erfolg.

Reinen Ergeb­nis­fuß­ball wird es unter ihm den­noch nicht geben; Pochet­tino will näm­lich mit Stil“ gewinnen. Dass er einem Team seinen Stempel auf­drü­cken kann, hat er schon mehr­fach in seiner Lauf­bahn bewiesen: Aus Tot­tenham Hot­spur, lange eher Mit­telmaß in der Pre­mier League, formte er ein Spit­zen­team, das nicht nur regel­mäßig die Top 4 in der Liga­ta­belle erreichte, son­dern es 2019 sogar bis ins Cham­pions-League-Finale schaffte. Schon bei seinen vor­he­rigen Sta­tionen bei Espanyol Bar­ce­lona und FC Sout­hampton brachte es der 48-jäh­rige Argen­ti­nier zu Ach­tungs­er­folgen.

Seine Ziele erreichte der Jünger seines Land­manns Mar­celo Bielsa vor allem, indem er auf Talente setzte und diese zu Stars formte. Wäh­rend seiner Zeit bei Tot­tenham Hot­spur fiel er zudem oft dadurch auf, dass er, gemessen an anderen Pre­mier-League-Klubs, nur wenige, dafür aber gezielte Trans­fers tätigte. Sein bevor­zugtes System war dort ein 4−2−3−1 mit eher offen­siven Außen­ver­tei­di­gern und einem varia­blen 10er als Schlüs­sel­spieler. Dieser 10er war Dele Alli, dem nun auch schon ein Wechsel zu PSG nach­ge­sagt wird. Alli in einem Pres­sing-System mit Stars wie Mbappé, Neymar oder Di Maria? Man könnte es sich vor­stellen.

Bleiben noch die Star­al­lüren und die Macht­spiel­chen im Verein, die er in den Griff bekommen muss. Die Marsch­route scheint klar: Titel, Titel, Titel – und davon mög­lichst schnell mög­lichst viele. Am Mitt­woch hat er seine erste Feu­er­probe in der Partie gegen den Tabel­len­vier­zehnten aus Saint-Eti­enne.