Die Bilder haben alle noch im Kopf. Bilder vom Sommer 2016, von einem 18-jäh­rigen Mit­tel­feld­spieler, der sich mit schwin­genden Dre­ad­locks und gran­diosem Selbst­ver­trauen durch die geg­ne­ri­schen Mit­tel­feld­reihen bohrte. Der am Ende sogar mit Por­tugal Euro­pa­meister wurde. Der danach für sehr viel Geld zu den Bayern wech­selte. Bilder, die nichts mehr mit dem Renato San­ches zu tun haben, der mitt­ler­weile in Eng­land seiner Form hin­ter­her­läuft.

Als er herkam, war er viel zer­störter, als ich gedacht hätte,“ sagte der Ex-Trainer von Swansea City Paul Cle­ment am Samstag der eng­li­schen Zei­tung Times“. Es war wirk­lich traurig. Er war ein Junge, der die Last der Welt auf seinen Schul­tern trug.“

Cle­ment, der im Dezember vom akut abstiegs­ge­fähr­deten Klub ent­lassen wurde, hatte San­ches im ver­gan­genen Sommer vom FC Bayern aus­ge­liehen. Ein Jahr früher war der junge Por­tu­giese für 35 Mil­lionen Euro vom SL Ben­fica an die Isar gewech­selt. Doch das Wun­der­kind Europas konnte sich in Mün­chen nicht durch­setzen.

Im Trai­ning war er der Beste“

So lan­dete er in Swansea bei Paul Cle­ment. Der Wechsel wirkte zunächst wie maß­ge­schnei­dert für alle Par­teien. Cle­ment, der als Carlo Ance­lottis Co-Trainer beim FC Bayern gear­beitet hatte, galt als per­fekter Kan­didat, San­ches wieder in die rich­tigen Bahnen zu lenken. Swansea wie­derum durfte mit der Ver­pflich­tung des jungen Super­stars höchst zufrieden sein. Nur war der Spieler selbst von dem Wechsel weniger begeis­tert. Am Anfang wollte er nicht hierher kommen,„ sagte Cle­ment der Times. Er dachte noch, er würde zu Man­chester United, Chelsea oder Paris Saint-Ger­main gehen. Aber der FC Bayern sagte ihm: Da gehst du nicht hin. Es wäre die selbe Situa­tion wie hier: Du wür­dest keine Ein­sätze bekommen.“

In Swansea bekam er zwar Ein­sätze, litt dafür mehr denn je unter zer­schos­senem Selbst­ver­trauen. Im Trai­ning, als der Druck nicht da war, war er der beste Spieler, aber in den Spielen machte er immer wieder Fehler,“ erklärte Cle­ment. Schon in seinem ersten Spiel für Swansea fiel San­ches negativ aus. Gegen New­castle United leis­tete er sich 14 Ball­ver­luste in 28 Minuten. Im nächsten Spiel gegen Tot­tenham war er zwar besser, haderte aber mit den­selben Pro­blemen, die er schon beim FC Bayern gehabt hatte. Bei aller tech­ni­schen Gabe traf San­ches immer wieder schlechte Ent­schei­dungen, wirkte immer wieder unsi­cher in seiner Rolle.